Review

Isaac Vacuum haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, auch ihre Musik ist ziemlich speziell. Sie mixen Post Rock mit etwas Metal und viel Arrangements so gekonnt, dass sie frisch und neu klingen.
Ihr Album „Lords“ entstand nach einer langen Live-Phase in Eigenregie und ist wirklich ein Meisterwerk aus deutschen Landen.

Einen starken Auftakt legt die Truppe aus Krefeld gleich mit dem Titeltrack hin. Was für ein Brett! Derbe djentlastige Rhythmen treffen auf einen unfassbar grandiosen Gitarrensound. Dazu gesellen sich ein absolut begeisterndes Schlagzeuggefrickel und ein sexy Gesang mit ausreichend Rauch im Sound. Placebo meets The Ocean – und die beiden schauen kurz bei Muse vorbei.

„Golem“ entwickelt sich anschließend zu einer orientalischen temporeichen Rocknummer, die sich unfassbar heftig in den Kopf der Hörer frisst. Die wabernde Basslinie wirkt hier beinahe so gut, dass man fast den fantastischen mehrstimmigen Gesang überhören könnte.

ISAAC VACUUM lassen sich auf „Lords“ stets viel Zeit, doch wird dem Hörer dabei zum Glück nicht langweilig. Jeder Song bietet neben den kleinen Interludes immer etwas Neues. Beispielsweise braucht „Double Helix“ sehr lange, bis er aus sich herauskommt, dafür überrollt er die Hörer ab der Hälfte dann mit seinem Drive.
Wirklich ein bemerkenswertes Songwriting, das die begabten Künstler an den Tag legen.

Hier und da wird es auch mal doomig bzw. stoner-lastig, was sich in den Stil der Band sehr gut einfügt und die Platte abrundet. Mit „Cameo“ könnte man sich auch zurück in die Grunge Zeit beamen. Der Gesang ist (im positiven Sinne) merkwürdig wie auch die Gitarrenlinie. Eine gute Rocknummer, ohne als solche zu wirken.

Leider nimmt die Kreativität in den Songs zum Ende hin etwas ab und kann nicht mehr so ganz überzeugen. Vollkommen ausgenommen davon ist jedoch der letzte Track. „Pagoda“ hat die wahrscheinlich beste Basslinie der gesamten Platte, während saftige Drums mit einem kreativen Gitarrenspiel zu einer Mixtur aus Traumlandschaft und kräftigen Sounds verschmelzen. Das Highlight der Platte, das zum Glück auch ein ordentliches Ende findet statt im Nichts auszufaden.

Isaac Vacuum (Copyright: Isaac Vacuum)

Die Jungs transportieren darüber hinaus extrem viel Gefühl, was durch den intensiven und natürlichen Klang der Platte noch verstärkt wird. Wir finden kein Hochglanzprodukt vor, sondern einen rohen Dämon, der Stück für Stück wächst und die Hörer einnimmt.

ISAAC VACCUM sind somit der absolute Wahnsinn, den man nicht unkommentiert lassen sollte. Neben Post Rock im Kern kann die Band so viel mehr, und wenn man bedenkt, dass sie mit „Lords“ ihr erstes Album auf den Markt bringen, ist das schon ein ordentliches Stück Musik.
Jeder Fan von interessanten Rocksounds muss hier zwingend ein Ohr riskieren.

Video

Trackliste

01 Lords
02 Golem
03 Karoshi
04 Double Helix
05 Off
06 Cameo
07 Void
08 Collapse
09 Error
10 Post Sciptum
11 Pagoda

Details

ISAAC VACUUM – Homepage
ISAAC VACUUM – Facebook

Label: Self Release
Vö-Termin: 18.03.2017
Spielzeit: 66:58

Copyright Cover: ISAAC VACCUM



Über den Autor

Marcus
Marcus