Review

Iron Savior beschenken die Metal-Gemeinde kurz vor Weihnachten nochmals reichlich. Unter dem Titel „Reforged – Riding On Fire“ veröffentlichen die Norddeutschen quasi ein Best-of-Album, welches als 2CD-Digipak erscheint und insgesamt 19 Klassiker der Band (sprich knapp 93 Minuten Spielzeit) enthält.

Die Songs entstammen ausnahmslos den ersten fünf Iron Savior Alben (1997 – 2004), die seinerzeit über Noise Records erschienen sind. Sie wurden für die Wiederveröffentlichung neu eingespielt und mit einem modernen, zeitgemäßen Sound versehen. Piet Sielck dazu:

Wir können unsere Werke aus der Noise Records-Zeit zwar nicht in der ursprünglichen Form wiederveröffentlichen, aber sehr wohl neu einspielen. Von dieser Möglichkeit haben wir Gebrauch gemacht und uns den alten Nummern mit viel Enthusiasmus genähert.

Die Frage, ob sich die Anschaffung von „Reforged – Riding On Fire“ auch für Fans der Band, die die Originalscheiben dieser Schaffensperiode besitzen, lohnt, ist daher leicht beantwortet: Definitiv ja! Nun klingen Klassiker wie „Atlantis Falling“, „Brave New World“, „Riding On Fire“ oder „For The World“ durch die druckvolle Produktion noch dichter und eindringlicher, und malträtieren auf äußerst angenehme Weise die Trommelfelle. Auch das bereits in der Originalversion extrem melodische „Tales Of The Bold“ profitiert deutlich vom neuen Mix und entpuppt sich als hartnäckiger Ohrwurm. Durch hervorgehobene Bass-Lines wirken die meisten Tracks vom Klang her zudem kerniger als die Originale auf den alten Alben.

Die Songs wurden für „Reforged – Riding On Fire“ zwar nicht neu arrangiert, erhalten aber durch kleine, aber feine Extras in den Arrangements – wie zum Beispiel die „Hey“-Backgroundshouts in „Warrior“ – einen zusätzlichen Reiz.
Am Interessantesten ist wohl die Neuauflage von „Watcher In The Sky“ ausgefallen, welches seinerzeit im Original von Kai Hansen (Ex-Helloween, Ex-Iron Savior, Gamma Ray) gesungen wurde und nun durch Sielcks Gesangparts eine ganze Spur rauer erklingt.

Auffällig bei der Titelauswahl ist, dass der Schwerpunkt auf den Alben „Iron Savior“ und „Condition Red“ liegt, die jeweils mit 6 bzw. 7 Tracks den Sprung in den „Re-release“ schafften. So wird sicherlich der eine oder andere Hörer auch den einen oder anderen Klassiker – trotz der Vielzahl der präsentierten Tracks – vermissen. Aber so ist es nun einmal bei einem Best-of-Album: jedem kann man es nun einmal nicht recht machen. Und ein „Reforged – Part 2“ ist laut Piet Sielck nicht ausgeschlossen…

Einen vielleicht nur subjektiven Kritikpunkt stellt die Auswahl der groovigeren Songs „Mindfeeder“ und „Break The Curse“ dar, die zwar das Gitarrengewitter und die Doublebass-Attacken der meist schnellen Songs auf angenehme Weise unterbrechen, als solche aber recht simpel gehalten sind und damit nicht zu den vermeintlich stärksten Nummern der Hamburger gehören.

Iron Savior (Copyright: Thomas Sprenger)

Etwas schade ist auch, dass man gerade bei einem Iron Savior Best-of-Album die Chance nicht genutzt hat, die komplette Story um das atlantische Kampfschiff im Booklet aufzuführen.

Nichtsdestotrotz bündelt „Reforged – Riding On Fire“ auf beeindruckende Art und Weise eine mehr als stattliche Anzahl erstklassiger Power Metal-Nummern, die die Qualität, die Iron Savior über die Jahre hinweg auszeichnet, ein weiteres Mal und aufs Neue unterstreicht. Das Ganze wird auch optisch durch die gelungene Covergestaltung – wie auch bereits bei den letzten Alben – von Felipe Machado Franco vervollständigt.

Somit dürfen sich alle Liebhaber schneller E-Gitarren-Musik dieses metallische Schmuckstück bedenkenlos zulegen.

Video

Tracklist

CD 01
01 Riding On Fire
02 Battering Ram
03 Brave New World
04 Prisoner Of The Void
05 Titans Of Our Time
06 Eye To Eye
07 For The World
08 Mindfeeder
09 Watcher In The Skye
10 Mind Over Matter

CD 02
01 Warrior
02 Iron Savior
03 Tales Of The Bold
04 No Heroes
05 Break The Curse
06 Condition Red
07 Protector
08 I’ve Been To Hell
09 Atlantis Falling

Details

Iron Savior – Homepage
Iron Savior – Facebook
Iron Savior – Twitter

Label: AFM Records
Vö-Termin: 08.12.2017
Spielzeit: 92:28

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde