Review

Seit 2013 aktiv, veröffentlicht die Band Inner Core aus Lörrach in diesem Jahr ihr Debütalbum namens „Soultaker“.
Das Quintett um Frontfrau Anna Rogg hat sich vorrangig dem Symphonic Metal mit Hardrock-Einfluss verschrieben und bietet hier auf zehn Songs eine interessante Kombination von Klassik-, Rock- und Metal-Elementen.

Die klassischen Elemente machen sich schon im Opener und gleichzeitigen Titeltrack des Albums durch einen cembaloartigen Touch bemerkbar und werden im weiteren Albumverlauf u.a. um Streicherarrangements, Klavierspiel und Blasinstrumente ergänzt.
Der Song „Soultaker“ zeichnet sich zudem durch einen Wechsel von epischen soundtrackartigen Parts und treibenden Rock- sowie druckvollen Metal-Passagen aus.

Diese (stilistischen) Variationen lassen diesen und auch die folgenden Tracks nicht zu schnelllebigen Nummern verkommen, sondern bieten konstant ein Hörerlebnis, das viele Details entdecken lässt. Nicht selten sorgen zusätzlich lange, aber nicht uninteressante Instrumentalpassagen für Abwechslung innerhalb eines Songs. Daraus ergibt sich einige Male jedoch der Nachteil, dass sich die teils angedeutete Eingängigkeit eines Titels immer wieder verflüchtigt. Darauf deutet ebenfalls die Songlänge einzelner Tracks hin, die sogar ab und zu die 8-Minuten-Marke überschreitet.

Obwohl die Band gerade mit der ersten Albumhälfte insgesamt vielversprechend abliefert, verpasst sie es, in letzter Konsequenz Hymnen, Ohrwürmer oder Evergreens zu komponieren. Eine diesbezügliche Ausnahme stellt der Titel „Blame“ dar. Eher simpel gehalten wissen Inner Core hier durch eine zündende Hook zu überzeugen.

Inner Core (Copyright: Jörg Tochtenhagen)

Ansonsten ist allerdings der Name der Ballade „Keep The Distance“ Programm, denn durch teils sperriges und unzugängliches Songwriting – auf das man phasenweise zum Beispiel im Titel „Monsters“ stößt – werden die Hörer nur selten direkt in die Songs gesogen und von ihnen (auch emotional) berührt. Ein interessierter, aber distanzierter Konsum ist die Folge, der auch die besagte Ballade eher auf Dauer langweilig erscheinen lässt.

Trotz der instrumentalen Vielfalt fehlt es im zunehmenden Albumverlauf zudem an Überraschungsmomenten. Inner Core bieten somit zwar viel an, beim Hörer bleibt anschließend nur leider nicht viel hängen. „Into Eternity“ heißt daher zwar ihr Abschlusssong, ein Werk für die Ewigkeit haben Inner Core durch fehlende Nachhaltigkeit leider noch nicht erschaffen. Vielleicht beim nächsten Mal; bis dahin sei „Soultaker“ insbesondere jenen empfohlen, die beim Musikhören auf Entdeckungsreise gehen wollen.

Video

Tracklist

01 Soultaker
02 Sweet Addiction
03 Snowstorm
04 Crucified
05 Keep The Distance
06 Screw That
07 Blame
08 Monsters
09 Ghost Dust
10 Into Eternity

Details

Inner Core – Homepage
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Label: Echozone / Soulfood
Vö-Termin: 06.04.2018
Spielzeit: 59:58

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde