Review

Die Band Infinitas aus der Schweiz macht sich – nach der 2015 erschienenen EP „Self-Destruction“ – mit ihrem Debütalbum „Civitas Interitus“ auf, ihren Folk Heavy Metal erneut unter das hörwillige Volk zu bringen. Ihren eigenwilligen Stil mit Thrash-Einschlag und vielen guten Melodien präsentieren die Musiker auf „Civitas Interitus“ als Konzeptalbum, was sogleich der im schweizerdeutschen Erzählton gehaltene Opener „The Die Is Cast“ verdeutlicht.

Beim ersten Hören sicherlich gewöhnungsbedürftig dürfte der markante Leadgesang von Powerfrau Andrea Böll für viele Hörer sein. Jener (in Kombination mit einer für die meist episch ausgerichteten Songs eher roh wirkenden Produktion) lässt zunächst zweifeln, ob sich ein intensives Auseinandersetzen mit „Civitas Interitus“ lohnt. Eines Besseren belehrt wird man aber durch das kompositorische Talent der Band und ihre diesbezügliche Vielfalt. So sorgen Infinitas beispielsweise immer wieder mit ausgeprägten instrumentalen Intros oder reinen Instrumentalstücken wie „Aku Aku“ für eine Verschnaufpause vom bunten metallischen Treiben.
An anderer Stelle lädt ein „Labartu“ folklastig, mit wundervoller Melodie und zunächst einzig von der Violine getragen zum Versinken in die Musik ein, bis sich der Titel zu einem „richtigen“ Track mausert und entsprechend auch an Tempo zulegt.
Gerade in der zweiten Hälfte des Albums dürften mit starken eingängigen und mitreißenden Nummern (wie „Skylla“ sie einleitet) die letzten Skeptiker schließlich überzeugt werden.

Insgesamt machen alle Songs spannende Entwicklungen durch (entsprechend lang fallen somit mitunter die Spielzeiten der Tracks aus), bestehen auch – separat konsumiert – außerhalb des Konzepts und lassen das Album selbst nach dem x-ten Hören nicht langweilig werden. Da „Civitas Interitus“ darüber hinaus zudem sehr abwechslungsreich angelegt ist, was nicht zuletzt durch die gelungene Songanordnung begünstigt wird, ist ein mehrfaches Hören unausweichlich.

Infinitas (Copyright: Infinitas)

Muss man sich „Civitas Interitus“ ob der eigenwilligen Gesangsstimme also erst einmal schönhören? Einige Hörer vielleicht ein bisschen.
Belohnt werden dann aber alle mit einer wiedererkennungswürdigen Gesangsstimme, die – hat man erst einmal Gefallen an ihr gefunden – der Band ein gehöriges Alleinstellungsmerkmal verpasst. Durch den Einsatz von Violine und Blockflöte im thrashigen Heavy Metal Kontext betonen Infinitas nicht nur ihre Folk-Ausrichtung, sondern fügen sich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hinzu. Damit tritt eine Truppe auf dem Metal-Musikmarkt in Erscheinung, die definitiv heraussticht und von der noch viel mehr zu erwarten sein dürfte; die ersten Ausrufezeichen sind mit „Civitas Interitus“ bereits gesetzt.

Video

Tracklist

01 The Die Is Cast
02 Alastor
03 Samael
04 Labartu
05 Aku Aku
06 Skylla
07 Rudra
08 Morrigan
09 Amon
10 A New Hope

Details

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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 05.05.2017
Spielzeit: 65:23

Copyright Cover: Infinitas



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde