Review

Wenn das Albumcover die Musik bereits weitgehend widerspiegelt, muss man sich schon was bei seinem Vorhaben gedacht haben. Den Stil von In Love With zu beschreiben, fällt jedoch nicht sehr leicht. Eventuell könnte man sagen, in ihrem Sound befinden sich Jazz und Noise unter der Obhut avantgardistischer Umsetzungen. Das Trio macht im Grunde allerlei Geräusche mit Instrumenten und was ihnen sonst noch so in die Hände fällt.

Was mit schnellen Streichinstrumenten losgeht, endet bald in einer ganzen Ansammlung von unterschiedlichen Sounds, die durcheinander durch die sieben Songs getrieben werden. „Bien Peigné En Toute Occasion“ lässt die Platte eigentlich relativ atmosphärisch beginnen, nur um zum Ende hin in die Extreme zu gehen. Ab da kratzen, klopfen und klappern sich In Love With durch ihr Album „Axel Erotic“.

Dabei vollbringen die Jungs nicht immer eine Glanzleistung. Zwar suchen sie sich nicht willkürlich irgendwelche Geräusche aus, sondern jene, die auch einigermaßen miteinander harmonieren; zwischendurch gibt es dann auch mal musikalische Parts, die vor allem durch das Schlagzeug zusammengehalten werden. Dieser kreative Freiraum mit jeglichen Gegenständen bringt jedoch einen großen Nachteil mit sich: Vieles hört sich sehr hektisch zusammengeschnitten an, was einen mal mehr und mal weniger positiven Effekt erzielt. Zuweilen gibt es gute Ansätze, durch die sich interessante Arrangements offenbaren, manchmal klingt es so, als würde eine Horde Grundschüler auf ihre Umgebung einschlagen.

In Love With (Copyright: In Love With)

In Love With (Copyright: In Love With)

Leider bleibt es immer nur bei diesen Ansätzen. Der monotone, tiefe Bass-Sound in „Á Saveur De Très Beurre“ erzeugt zunächst eine drückende Stimmung, funktionieren tut er aber erst als Einleitung zum Song und nicht durch den gesamten Titel hindurch. Es gibt dadurch viele Momente, in denen der Sound durch die ganzen Geräusche stillzustehen scheint, während man sich einfach nur mal den Ansatz von ein wenig Musik wünscht.

Und wenn es die gibt, dann im Jazz-Format. Dann stört auch kein Klopfen oder Hämmern den Sound. Der Groove ist in diesen Phasen ebenso vorhanden wie die gewisse Exzentrik, mit der die Instrumente gespielt werden. An diesen Stellen bleiben In Love With am Ball und verhelfen so manchem Titel zu ein wenig Aufschwung.

Nichts Halbes und nichts Ganzes, danach klingt „Axel Erotic“. Man sieht zwar eine gewisse Intention hinter dem Ganzen, aber am Ende fehlt der harmonische Übergang zur eigentlichen Musik. Den experimentellen Freiheiten kann man durchaus etwas abgewinnen, aber das ist leider kein Dauerzustand auf dieser Platte.

Video

Trackliste

01 Bien Peigné En Toute Occasion
02 Á Saveur De Très Beurre
03 Asil Guide
04 Sexy Champagne
05 Les Flics De La Police
06 Le Bousier
07 Chauve Et Courtois

Details

In Love With – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 00.04.2016
Spielzeit: 34:58

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher