Review

Dass die Weihnachtszeit kurz bevorsteht, ist bei einem Besuch im Supermarkt des Vertrauens schon seit einiger Zeit zu beobachten. Auch das Synth-/Electropop-Projekt In Good Faith hat mit der Veröffentlichung „Anthology“ ein umfangreiches Paket geschnürt, das sowohl das inzwischen vergriffene Debütalbum „Past Tense Presence“ (13 Tracks) als auch die EP „It’s Tearing Me Apart“ (10 Tracks) beinhaltet und sich besonders gut bei Fans des Genres unter dem Baum machen wird.

Stilistisch und musikalisch wecken die Titel und Remixversionen des Doppelalbums „Anthology“ Assoziationen zu den Melodiebögen und dem warmen Gesang einer Band wie Depeche Mode. In Sachen Dichte, Wärme und Atmosphäre hat man sich scheinbar VNV Nation zum Vorbild genommen. Ein „Hit Me Hard“ im „Terrolokaust Remix“-Gewand könnte ebenso gut unter den schnelleren, tanzbaren Nummern von Deine Lakaien gefunden werden. Und dass In Good Faith auch zu And One passen, stellten sie bereits in ihrer Rolle als deren Supportact unter Beweis.

Neben typischen Electro- und Synthpop-Tracks, die mal zum Tanzen, mal zum mäßigen Mitwippen und mal zum Träumen einladen, verdeutlichen (nach Solitary Experiments mit ihrem Album „Heavenly Symphony“ und Lord Of The Lost mit „Swan Songs“) auch In Good Faith, dass Electro selbst mit gezogenem Stecker funktionieren kann, indem das Projekt ihren Song „Our World“ als Acoustic Version auf die EP „It’s Tearing Me Apart“ platziert hat. Und um einen Bogen zu den einleitenden Worten des Reviews zu spannen: Tatsächlich mutet der Titel in dieser Fassung phasenweise weihnachtlich an oder eignet sich zumindest dafür, das Weihnachtsfest mal nicht mit der üblichen traditionellen Volkstümlichkeit zu beschallen.

In Good Faith (Copyright: In Good Faith)

In Good Faith (Copyright: In Good Faith)

Tanzbar, ruhig und sogar ein bisschen stimmungsvoll für die heranrückende Winterzeit – das spricht für Abwechslungsreichtum auf „Anthology“ und dieser wird durch Dubstep-artige Parts und Drops (wie beispielsweise in „Our World“ im Original Mix von 2014) noch einmal mehr erweitert.
Gleichzeitig könnte diese quantitative Abwechslung nicht jedem gefallen, denn immerhin treffen Remixversionen – vor allem wenn sie sich dann noch stilistisch so offen geben – nicht jedermanns Geschmack.

„Anthology“ von In Good Faith eignet sich zum einen hervorragend dafür, das Projekt von Bandgründer Kai Németh (Keys, Drums, Bass, Main Vocals) und Jörg Allenbach (Keys) ausgiebig kennenzulernen, sollte man dies bislang versäumt haben, zum anderen wird dem interessierten Hörer hiermit die Möglichkeit geboten, des nicht mehr erhältlichen Debüts der Synthpopper doch noch habhaft zu werden.

Auf Festivals und/oder in Clubs wird man dauerhaft vermutlich nicht an In Good Faith vorbeikommen, umso besser, dass man mit „Anthology“ ausreichend mitreden kann.

Video

Tracklist

CD 01 – Past Tense Presence (Album)
01 As Time Goes By
02 Be Me
03 Memories
04 Cell
05 Someone
06 United
07 Loneliness
08 Under The Surface
09 DLMA
10 When Love Turns To Anger
11 Endlose Brücken
12 Muted Life
13 Someone (Remic-L)

CD 02 – It’s Tearing Me Apart (EP)
01 It’s Tearing Me Apart
02 Hit Me Hard
03 Muted Life (Desatroes Mix)
04 Our World
05 It’s Tearing Me Apart (Schwarzbund Remix)
06 Someone (Remix-L Updated)
07 Under The Surface (Shorter)
08 Our World (Acoustic)
09 Under The Surface (Pos.:2 Remix)
10 Hit Me Hard (Terrolokaust Remix)

Details

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Label: Echozone / BOB-MEDIA / Believe Digital
Vö-Termin: 09.10.2015
Spielzeit: 62:34 (Album) + 49:25 (EP)

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde