Review

Es gibt nicht viele extreme Death Metal/Brutal Death Metal-Bands, die mit einer solchen Kompromisslosigkeit (wie auf dem Album „Pageantry For Martyrs“ zu hören) derart überzeugen können, dass man ihr Schaffen auch über die Jahre hinweg weiterhin gerne verfolgt. Hour of Penance schafften dies und sorgten schließlich mit „Paradogma“ dafür, dass die Hörer ihnen verfallen.

Großen Dienst daran erwies Mauro an den Drums, der leider nicht mehr Mitglied der Band ist. Stattdessen kam auf „Sedition“ und „Regicide“ Brutalo-Drummer Payne um die Ecke und konnte hier und da neben seiner perfekten Technik auch durch coole Grooves begeistern. 2017 geht es an den Fellen wieder nach vorne, denn dieses Mal sitzt niemand Geringeres als Davide „The Bomber“ Billia an der Schießbude. Das allein sollte schon ein Garant für gutes Gelingen sein, aber ob dadurch auch das neue Album „Cast The First Stone“ an Qualität gewinnt?

Hour of Penance standen schon immer für extremes Geballer. Auf ihrer neuen Scheibe ist das nicht anders. Fiese Riffs im Tieftonbereich plus Blasts und Doublebassgewitter sind an der Tagesordnung.
Opener „XXI Century Imperial Crusade“ macht dies auch schon ganz deutlich und erinnert an „Sedition“-Zeiten.

Der Schlagzeugsound auf „Cast The First Stone“ ist schön differenziert und keineswegs tot getriggert, was bei Hour of Penances Musikstil eigentlich gang und gäbe wäre. Ebenfalls fällt der Basssound sehr positiv ins Gewicht, denn trotz kräftiger Gitarren geht dieser nicht unter und die Tracks klingen dadurch runder.

Die Songs an sich sind jedoch weniger rund, denn abgesehen von einigen Fragmenten versinkt die Platte leider in der Belanglosigkeit.
Während Titeltrack „Cast The First Stone“ zur Abwechslung mal ein prägnantes Riff besitzt, welches jedoch überhaupt nicht nach Hour of Penance klingt, dafür aber im Ohr bleibt, hätte es von derlei Groove-Anteilen (wie am Ende des Songs „Iron Fist“ und bereits auf „Regicide“ zu hören) dagegen deutlich mehr geben können.

Hour of Penance (Copyright: Hour of Penance)

Im Ist-Zustand wirken die Stücke nicht wie Titel einer Band, die schon lange Zeit in dieser Musikrichtung zu Hause ist. Und leider reißt auch das mäßige Solo in „The Chains Of Misdeed“ das Ruder nicht herum.
Zumindest der Track „Shroud Of Ashes“ kann ein wenig über die sonst eher uninspirierten Songs hinwegtäuschen, denn er driftet in eine fiese Psychedelic-Ebene ab, mit der man die Hörer in den Bann ziehen kann.

Hier und da gibt es einen Lichtblick, aber das Gesamtkonzept von Hour of Penance kann dieses Mal leider nur bedingt überzeugen. Somit gehören Kracher wie „The Vile Conception“ oder „Paradogma“ immer noch zu den stärksten Platten der Band und stellen definitiv eine Alternative zu „Cast The First Stone“ dar.

Video

Trackliste

01 XXI Century Imperial Crusade
02 Cast The First Stone
03 Burning Bright
04 Iron Fist
05 The Chains Of Misdeed
06 Horn Of Flies
07 Shroud Of Ashes
08 Wall Of Cohorts
09 Damnatio Memoriae

Details

Hour of Penance – Homepage
Hour of Penance – Facebook
Hour of Penance – Twitter

Label: Prosthetic Records
Vö-Termin: 27.01.2017
Spielzeit: 35:35

Copyright Cover: Prosthetic Records



Über den Autor

Marcus
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