Review

Seit 1992 prägen Helheim aus Norwegen das Viking Metal Genre und bündeln ihr Können auch 2017 auf einem neuen Silberling. Das bereits neunte Album der Band hört auf den Namen „landawarijaR“ und hält für die Hörer insgesamt sieben Songs parat.

Schon das Cover zeugt von der darauf anzutreffenden Atmosphäre, die neben nordischer Kühle und Melancholie auch eine ordentliche Portion Mystik und Dunkelheit mit sich bringt.
Entsprechend stimmungsvoll eröffnen Helheim mit „YMR“ dann auch ihr Album und kombinieren im Intro des Songs zunächst Akustik- mit E-Gitarren. Nach dieser repetitiv angelegten Phase gewinnt der Track schnell an Melodie und Intensität, wozu zudem die Vocals eine Menge beitragen.

Changierend zwischen klarem und gutturalem Gesang transportiert jener – nicht selten wie ein Zwiegespräch wirkend – die Intentionen der Musik auch auf inhaltlicher Ebene an die Hörer.
Der Gesang ist es aber auch, der auf „landawarijaR“ mal mehr und mal weniger überzeugt, denn nicht immer ist er der jeweiligen Stimmung eines Songs auf ganzer Linie dienlich. So wünscht man sich phasenweise, die durch Songintros aufgebaute Atmosphäre würde nicht durch die einsetzende Gesangspassage gestört werden.

Auch die allzu abrupt erfolgenden Tempo- und Rhythmuswechsel sorgen dafür, dass einige Tracks hinter ihrem Potenzial zurückbleiben.

Helheim (Copyright: Helheim)

Die Spielzeiten der einzelnen Songs dienen wiederum sehr gelungen dem Spannungs- und Stimmungsaufbau, denn Helheim nehmen sich stets Zeit für Entwicklungen und das Ausarbeiten der Genre- und Bandtrademarks. Dadurch wird keiner der sieben Songs auf Längen von bis zu knapp zehn Minuten langweilig und gute Rhythmus- und Melodiewechsel rufen gleichzeitig einige interessante Stimmungswechsel hervor, die jedoch nie das atmosphärische Grundkonzept des Albums und praktizierten Genres verlassen.

Spätestens mit dem Titel „Synir af Heidindomr“ wecken Helheim außerdem Erinnerungen an Alben wie „Blood on Ice“ von Bathory. Vor allem die hier zu hörenden treibenden Gitarrenläufe und der zuweilen rohe Sound lassen diese Assoziationen zu und befeuern sie.

Dass Helheim trotz dieses Vergleichs durchaus eigenständig klingen, stellt jedoch auch „landawarijaR“ unter Beweis. So wird der treue Fan der Band ebenso wie der Genre-Freund mit gutem neuem Material versorgt, das auch in Dauerrotation beständig überzeugt.

Video

Tracklist

01 Ymr
02 Baklengs mot intet
03 Rista blodørn
04 landawarijaR
05 Ouroboros
06 Synir af heidindomr
07 Enda-dagr

Details

Helheim – Homepage
Helheim – Facebook

Label: Dark Essence Records / Soulfood
Vö-Termin: 20.01.2017
Spielzeit: 55:13

Copyright Cover: Dark Essence Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde