Review

„White Halo“ von Heaven In Her Arms ist ein recht schweres Album; „schwer“ im Sinne von musikalisch kräftig. Dabei vermischen sich Elemente des Screamo, Hardcore und Metal, um anschließend eine ganze Wand aus Geräuschen zu erzeugen.

Sofort fällt auf, dass sich der Sound stark an modernen Post Black Metal Produktionen orientiert. Die Drums knüppeln dem Hörer praktisch das Gehirn aus dem Schädel, während dröhnend die Gitarrenriffs kein Interesse an Mustern zeigen, sondern einfach alles im Tremolo-Beat zersägen. Dennoch versuchen Heaven In Her Arms immer wieder, etwas Kontrast in das Ganze zu bringen, sei es durch die atmosphärischen Interludes oder die clean gespielten Gitarren, die stellenweise einige Parts der Songs prägen.

Tatsächlich verfolgt die Band aus Japan stets das Prinzip der rohen Sound-Gewalt. Es soll kontrastreich wirken, besonders dann, wenn Heaven in Her Arms entweder sehr aggressiv ihre Musik angehen oder im Gegenzug dazu ihre Intentionen deutlich abschwächen lassen. Doch obwohl schnell klar wird, dass mit „White Halo“ etwas anderes gemacht werden wollte, kommt dieser experimentelle Ansatz nur minder gut rüber.

Zum einen gehen viele Elemente in der schieren Welle aus Verzerrung unter, was dafür sorgt, dass kein Song so wirklich durch prägnante Stellen hervorstechen kann. Zum anderen begeben sich Heaven In Her Arms auf ein Territorium, auf das sich schon zig andere Bands begeben haben; bedeutet, dass es an sich nicht viel Neues zu entdecken gibt.

Heaven In Her Arms (Copyright: Heaven In Her Arms)

Am Ende fehlt dann zudem der Tiefgang, auf den immer wieder hingearbeitet wurde – und so bleibt „White Halo“ hinter seinen Intentionen zurück.

Dennoch gibt es auf dieser Platte immer wieder sehr gute Stellen, die die Hörer mitreißen. Was allerdings nur noch mehr den Eindruck verstärkt, dass einige Songs in kürzerer Spielzeit deutlich besser hätten funktionieren können, bedenkt man, dass ein Großteil durchschnittlich acht Minuten lang ist und somit viel Platz ausgefüllt werden muss.

Nichtsdestotrotz muss man um „White Halo“ keineswegs einen Bogen machen. Es ist verzwickt und vor allem wird es die Bedürfnisse nach musikalischer Härte vollends befriedigen. Solange es das ist, was man auch sucht, und nicht allzu viel Tiefgang erwartet, wird man hiermit gut zufriedengestellt.

Video

Trackliste

01 Ray Of Light At Dusk
02 Abyss Of The Moonbow
03 Forgivable Drown
04 Glare Of The End
05 Chain With Fetters
06 Entangled Torus
07 Turbid Fog

Details

Heaven In Her Arms – Facebook

Label: Moment Of Collapse Records
Vö-Termin: 09.06.2017
Spielzeit: 45:01

Copyright Cover: Moment Of Collapse Records



Über den Autor

Christopher