Review

Heads. sind 2018 wieder am Start und bringen mit „Collider“ eine natürliche Weiterentwicklung ihres Kneipen-Rock auf den Markt. „Collider“ ist mit lässigen Hooklines und einem super fetten Fuzz-Rock-Sound ein intensiver Ritt durch Noise-Felder und Ed Fraser ist dabei sogar gesanglich in neuen Gefilden unterwegs.

„At The Coast“ heißt der Opener, der Heads.-typisch mit noisigem Einstieg und Frasers entspannter Stimme daherkommt. Genau dafür liebt man das Trio auf der ganzen Welt. Der massive Basssound dient regelmäßig als Fundament der ganzen Band und kommt dieser Funktion auch hier gut nach. Peter Voigtmann an den Drums sorgt währenddessen in so ziemlich jedem Track für Spannung und ein straightes Spiel. Bedenkt man, dass dieser brachiale Sound von nur drei Musikern erzeugt wird, ist das schon sehr beachtlich.

Die Tracks wirken dieses Mal insgesamt etwas verspielter. Dennoch lässt man sich immer noch genug Zeit, um die Songs richtig gut aufzubauen. Im Ergebnis besitzen die Titel zudem mehr Tiefe.

Vor allem in „Last Gasp Shout“ passen Stimmung, Sound und Arrangements perfekt zusammen, sodass die Hörer in diesen Track vollkommen abtauchen und sich berieseln lassen können. Hervorzuheben sind dabei die kleinen Momente, in denen Fraser ganz leise singt und vielleicht ein minimalistisches Riff daherspielt, während es dann kurz darauf mörderisch kracht. Auf diese Weise kann auch „Wolves At The Door“ absolut überzeugen.

Ab der Albumhälfte kommt dann auch der Kneipen-Grunge wieder deutlich mehr durch und „Collider“ gewinnt noch einmal an Nostalgie. Diesen Sound kennt man so von keiner anderen Band. Ohne aufgesetzt zu wirken haben Heads. ihren Stil definitiv gefunden. Ihr Sound ist dabei dreckig, aber nie undurchsichtig. Ob es der Bass ist, der immer klar daherkommt und dennoch schmutzig klingt, oder der zermürbende Gitarrensound, „Collider“ wirkt wie aus einem Guss, scheinbar in grandioser Proberaum-Atmosphäre aufgenommen.

Heads. (Copyright: Heads.)

Es gibt demnach sehr wenig Negatives über das neue Album von Heads. zu sagen. Das Trio greift mal wieder so richtig an und drückt den Hörern ihren Stil mit einigen Neuerungen auf. Einzig der Titeltrack kann die Erwartungen nicht erfüllen. Reduziert auf Fraser und ganz wenig Gitarrensound hätte man sich deutlich mehr erhofft; gerade weil die Jungs einfach wahre Kracher produzieren können. Betrachtet man „Collider“ hingegen als Interlude für das Finale namens „Youth“, besänftigt dies ein wenig, denn „Youth“ wirkt wiederum wie eine Grunge-Ballade und hat absolute Hitqualität.

Insgesamt erlebt der Hörer hier somit wieder puren Noise-/Grunge-Rock, der sich gewaschen hat. 

Video

Trackliste

01 At The Coast
02 Urges
03 Last Gasp Shout
04 Mannequin
05 Smile
06 Wolves At The Door
07 Samsa
08 To Call And Let It Ring
09 Collider
10 Youth

Details

Heads. – Homepage
Heads. – Facebook

Label: This Charming Man Records
Vö-Termin: 06.04.2018
Spielzeit: 41:27

Copright Cover: This Charming Man Records



Über den Autor

Marcus
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