Review

Nach ihrer Veröffentlichung „Kidlife Crisis“ melden sich Grizzly mit einer weiteren EP namens „Summer“ zurück, auf der sie wieder einmal ihren Gute-Laune-Pop-Punk ausleben. Dies impliziert zwar nicht gerade, dass die Band sich nennenswert verändert hat, dafür gehen sie die Dinge erneut mit einer Menge Energie an.

Direkt nach den ersten zwei Songs wird klar, dass im Sound von Grizzly keineswegs eine Entwicklung stattgefunden hat. Tatsächlich führen die Jungs nur das fort, was sie auf „Kidlife Crisis“ begonnen haben.

Kunterbunter Pop-Punk mit Hooks, die live zum Mitsingen animieren. Das ist eine Sache, die man Grizzly lassen muss, sie behalten den Spirit bei. Der Hörer kommt gut in das Material rein und hat keineswegs Anstrengungen zu befürchten, die im weiteren Verlauf der Platte noch auftreten könnten.

„History“ und „What If“ sind dabei klassische Beispiele für einen Pop-Punk Song. Zwar wirken die beiden Titel nicht arg konstruiert, sie bieten dem Hörer gleichsam aber auch nichts Neues. Da heißt es dann auch, nicht allzu kleinlich zu sein und die Musik und ihre eingängigen Riffs einfach so hinzunehmen.

Der erste Moment, der schließlich wirklich packt, ist der Anfang von „1 Up!“. Die dynamisch fetzigen Akkorde zusammen mit den Gang-Vocals leiten den Song sehr gelungen ein. Auch die Hook ist einigermaßen angebracht, auch wenn das Thema in eine Videospiel-Code-Metapher der Liebe umschlägt. Um Skepsis zu vermeiden, achtet man lieber nicht allzu sehr auf die Texte.

Grizzly (Copyright: Grizzly)

Grizzly ist eine Band, die es durchaus versteht, ansprechende Songs zu schreiben, die obendrein auch live funktionieren. Man merkt allerdings, dass sie sich in einem ohnehin stilistisch schon stagnierenden Genre oft selbst im Weg steht. Statt auf „Summer“ ideenreich mehr zu variieren, bleiben Grizzly bei bewährten Mitteln. Sicher ist nun mal sicher. Auch wenn man dann vielleicht nicht nachvollziehen kann, wie ein stark mitreißender Titel wie „Tomahawk“ durch einen 08/15-Rap-Part seine Hörer zusammenzucken lassen kann. Und das auch noch zum Ende der EP, was den nachträglichen Eindruck nicht gerade verbessert.

Fans wird „Summer“ auf jeden Fall zusagen, aber wer dann doch nach etwas Individuellem sucht, das in klassischer Punk-Manier abfeierbar ist, der sollte sich lieber bei anderen Bands bedienen.

Video

Trackliste

01 History
02 What If
03 1 Up
04 Home
05 Tomahawk

Details

Grizzly – Facebook

Lael: Department Musik
Vö-Termin: 03.03.2017
Spielzeit: 18:43

Copyright Cover: Department Musik



Über den Autor

Christopher