Review

Ein Jubiläum nehmen die betroffenen Bands oft zum Anlass, spezielle Geschenke – häufig in Albumform – zu veröffentlichen, um sich selbst, aber vor allem mit ihren Fans zu feiern. Auch die Band Danzig hat dieses Jahr mit ihrem 30-jährigen Bestehen Grund zum Feiern. An ihrer statt publiziert jedoch zunächst ein Projekt namens GDANSK einen Silberling zum Fest. Initiiert und performt von der Stoner Rock Band Grand Massive erscheint somit „A Tribute To Danzig“.

Angesichts des 30-jährigen Jubiläums und des Kultstatus‘ der Band Danzig gibt es da aber sicherlich mehr zu tributen als nur acht Songs, wie sie hier zu finden sind. Zumal nicht nur Titel aus der Danzig-Zeit, sondern auch Tracks der Vorgängerbands Misfits und Samhain im Rahmen des „Tribute To Danzig“ ausgewählt wurden.
Entsprechend ist nach einer halben Stunde die Chose schon vorbei; das wirkt ein wenig lieblos – im Gegensatz zur Performance auf „A Tribute To Danzig“, die sich mit ihren rohen, authentischen Interpretationen nah an den Originalen hält, an deren Klasse aber letztlich doch nicht herankommt.

Und das, obwohl (oder gerade weil) hier weitere Gastmusiker mit ins Boot geholt wurden.
So finden sich neben einigen Künstlern aus dem Metalville-Rooster (wie Thobbe Englund, Nick Douglas und Luca Princiotta) zudem die MusikerInnen Britta Görtz (Cripper, Critical Mess), Andy Bock (Emil Bulls), Christof Leim (The New Black) und Guernica Mancini (Thundermother) in der Liste der Mitwirkenden wieder.
Eine illustre Schar, die sich für „A Tribute To Danzig“ zusammengefunden hat; zusammengewürfelt aus den unterschiedlichen Genres des Rock und Metal. Schön und gut, aber war es ihnen allen ein ähnlich großes Bedürfnis wie den Urhebern Grand Massive, diese Platte miteinzuspielen? Es ist irgendwie nicht recht vorstellbar, dass ausgerechnet dieser bunte Haufen eine gleiche Vorliebe für Danzig hat. Und somit will das Tribute-Album – sieht man von der plausiblen und ursprünglichen Motivation der Band Grand Massive einmal ab, die diesbezüglich auch eine kleine Erklärung im Booklet veröffentlicht haben – in dieser Form einfach nicht glaubhaft erscheinen.

Unabhängig von den Beweggründen eines jeden einzelnen verspricht dieses unterschiedliche Musiker-Aufgebot doch immerhin abwechslungsreiche Interpretationen. Und tatsächlich kommen hier u.a. Growls und Frauengesang zum Einsatz, was einigen Songs ein neues akustisches Gewand oder zumindest kurzweilige neue Akzente verpasst.

Bleibt als Eindruck: Eine nette Idee, aber kein unbedingtes Muss für die Playlist. Nicht nur, dass sich das Album vorrangig wohl eher Die-Hard-Danzig-Fans zulegen werden, jene werden außerdem stets auch die Originale bevorzugen.

Video

Tracklist

01 777
02 Death Comes Ripping
03 Kiss of Steel
04 Am I Demon
05 Let The Day Begin
06 Mother
07 She
08 Skulls

Details

Grand Massive – Facebook

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 29.06.2018
Spielzeit: 30:06

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde