Review

Die Band Garden Of Delight hat schon ein paar Jahre „Berufserfahrung“ auf dem Buckel und konnte in dieser Zeit bereits einige Erfolge verbuchen. Als „Sensationsband aus dem ZDF Fernsehgarten“ geltend, bestritten die Mannen um Kopf Michael M. Jung nicht nur gemeinsame Tourneen mit namhaften Künstlern wie u.a. Nazareth, Saltatio Mortis oder Chris de Burgh, ihr performter Celtic Rock und Irish Folk brachte ihnen darüber hinaus die musikalische Begleitung für das Lord of the Dance-Ensemble ein.

Mit dem 18. Studioalbum „Highway To Dublin“ schrauben Garden Of Delight nun ihre eigentliche stilistische Ausrichtung zurück und treten vielmehr in die Fußstapfen von AC/DC. So nähert man sich bereits mit dem Titel „Highway To Dublin“ einem Klassiker von AC/DC an, greift zudem Optik und Image der Kult-Band in Form des Bandfotos, das gleichzeitig als Cover dient, auf und präsentiert die 13 eigenen Songs im Stile der Urgesteine, ohne es zu versäumen, ihnen einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Das Konzept von „Highway To Dublin“ scheint demnach zunächst vielversprechend, doch ein erster Hördurchgang zeigt, dass Garden Of Delight respektive G/O/D, wie sie ihren Schriftzug in Anlehnung an AC/DC hier gestalten, ihren „Highway To Dublin“ mit angezogener Bremse befahren. Nur selten peppen Geigen-Passagen wie in „Gonna Burn You Down“ oder der Einsatz guter Melodien wie in „Dark Night“ die jeweiligen Titel auf. Die Mehrheit der Songs plätschert damit gemächlich vor sich hin, am Hörer oftmals belanglos vorbei und läuft schnell Gefahr, durch fehlende Highlights zur Hintergrundbeschallung zu verkommen.

Auch textlich bringt man kaum Material, das zu fesseln versteht. Klischierte Songtitel wie „Rock’n’Roll Ain’t Gonna Die“, obligatorische Namen wie „You Better F*** Off“ oder „Don’t Give a F***“ und die Vorliebe für das Wort „Down“, welches gleich in „Gonna Burn You Down“, „Down On The Road“, „Falling Down“ und „Shoot Her Down“ seinen Platz gefunden hat, zeugen nicht gerade von kreativen Eingebungen, die „Highway To Dublin“ zu bieten hat. Dass das Booklet keine Songtexte abbildet, spricht ebenfalls nicht gerade dafür, hier auf lyrische Kostbarkeiten stoßen zu können.

„Highway To Dublin“ ist also der neue „Highway To Hell“? Mitnichten. Stattdessen verpassen Garden Of Delight hier die Ausfahrt und gleichsam das Hervorbringen von potenziellen Hits, wie man sie von AC/DC kennt. Die Hörer treffen auf ihrer Fahrt insgesamt eher auf langweiligen AOR statt auf mitreißenden Rock und versäumen durch wenig Schmiss, Biss und Tempo innerhalb der Songs die eine oder andere mögliche Sehenswürdigkeit.

Garden Of Delight (Copyright: Garden Of Delight)

Garden Of Delight (Copyright: Garden Of Delight)

Zugutehalten muss man Garden Of Delight jedoch, dass sie ihren Kurs Richtung Dublin vor allem durch das Einbringen folkiger, bluesiger und country-lastiger Elemente konsequent halten.
Darüber hinaus wird die old schoolige Rock-Basis in eine angenehm zeitgemäße Produktion gekleidet.

Es stellt sich jedoch die Frage, wen die Band – abgesehen von ihren bereits vorhandenen Fans – auf dem „Highway To Dublin“ am Straßenrand auflesen möchte. Die Zielgruppe scheint eng gesteckt und übersichtlich auszufallen.

Video

Tracklist

01 Rock’n’Roll Ain’t Gonna Die
02 Gonna Burn You Down
03 Get It Hot
04 Dark Night
05 Got My Eyes On You
06 Down On The Road
07 Falling Down
08 Shoot Her Down
09 You Better F*** Off
10 Zombieland
11 Don’t Give A F***
12 Crocodile Blues
13 Ready To Die (Bonustrack)

Details

G.O.D. – Homepage
G.O.D. – Facebook

Label: DMG Records Germany / Broken Silence
Vö-Termin: 23.09.2016
Spielzeit: 68:42

Copyright Cover: DMG Records Germany



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde