Review

Franziska Günther ist eine Singer-Songwriterin aus Berlin, die mit ihrem schlicht als „Franziska Günther“ betitelten Album als Solo-Künstlerin debütiert.

Schlicht fällt auch ihre Musik aus, denn die Künstlerin baut lediglich durch die reduzierte, von einer Akustikgitarre getragene Instrumentierung und mit gefühlvollem, warmem Gesang eine intime Stimmung auf. Die einzelnen Tracks wirken dadurch jedoch wie kleine Geschichten, persönlich erzählt, denen man immer wieder gerne zuhört. Die insgesamt elf Songs lullen die Hörer auf positive Weise ein, weisen fragile, melancholische Momente auf, versprühen gleichzeitig aber auch ein positives Gefühl und den Hauch von Zuversicht, Optimismus und Hoffnung.

Mit „City Madness“ bricht Franziska Günther dann sporadisch aus dieser wohlklingenden Akustik kurzfristig aus, indem sie Elementen des Americana und dem Tempo mehr Platz einräumt. Zwar bringen diese „schnelleren“ Nummern mehr Dynamik auf das Album, sie bergen darüber hinaus jedoch auch die Gefahr, die bisher aufgebaute Atmosphäre ein wenig zu stören. Nötig hat „Franziska Günther“ derlei Abwechslung gar nicht, denn Angst vor Eintönigkeit und zu viel Ruhe muss man hier nicht haben; die entschleunigte Art der Songperformance steht der Musikerin hervorragend und wirkt als stimmiges Gesamtkonzept des Albums.

Franziska Günther (Copyright: Arthur Brell)

Nicht selten erscheint das Ziel, von der eigenen Musik zu leben, sehr hehr und bleibt für viele nur ein Traum. Franziska Günther könnte ihr Vorhaben jedoch durchaus gelingen, denn Gehör verschaffen wird sie sich bei einer breiten Masse an Hörern, die in der turbulenten heutigen Zeit auf der Suche nach Halt und einem Rückzugsort sind. Mit „Franziska Günther“ wird man beides finden, wenn auch nur für kurze Zeit. Dabei sind es zudem nicht nur Fans vom Singer-Songwriter-Stoff, die hier auf ihre Kosten kommen werden. Textlich greift die Musikerin eine Vielzahl an Themen auf intelligente Art und Weise auf, die vielen aus der Seele sprechen und auch musikalisch fällt es fern der eigenen Genre-Vorlieben leicht, sich in ihre Musik zu flüchten. Durch Melodien und ihre angenehme Stimme weiß sie die Herzen zu berühren, die Seelen zu streicheln und lässt auf Gutes hoffen – auch in Bezug auf weitere Veröffentlichungen, denen man gespannt entgegenblicken darf.

Video

Tracklist

01 Come Back To Bed
02 Forest Of Stars
03 November Noon
04 City Madness
05 If You Learn To Let Me Go
06 Nothing’s Set In Stone
07 Raven On Your Roof
08 On The Balcony
09 At The Break Of Day
10 No Ticking Time
11 Free-Floating

Details

Franziska Günther – Homepage
Franziska Günther – Facebook

Label: recordJet / Soulfood
Vö-Termin: 28.10.2016
Spielzeit: 39:21

Copyright Cover: recordJet



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde