Review

„Ein Feuerwerk zwischen Aggression und Hit-Potenzial“ brennen die Finnen Fear Of Domination (nicht nur laut Infozettel) auf ihrem aktuellen Album „Metanoia“ ab, verursacht durch ihren wilden Stilmix, der sich an allerlei Elementen diverser Genres bedient und jene alle unter einen Hut namens Industrial Metal bringt.

Möglich, dass diese Vielseitigkeit daher rührt, es hier mit ganzen acht Musikern und Musikerinnen zu tun zu haben, die womöglich ihre jeweils persönlichen Vorlieben in den Bandsound einfließen lassen. Aber egal, woher das Oktett seine Inspirationen und musikalischen Einflüsse letztendlich nimmt, sie sind in der Lage, diese homogen zu einer mitreißenden Metal-Experience zusammenzufügen.

Diese stellt die Band nicht nur in viel gelobten Live-Shows unter Beweis; die neuen zehn Tracks zeigen das auch im Album-Format. Dafür, dass „Metanoia“ und Fear Of Domination nun auch verstärkt in Deutschland Gehör finden, sorgt das Label Out of Line Music.

Gut so, wäre es andernfalls für viele Metalheads inzwischen eine Überlegung wert, nach Finnland oder zumindest Skandinavien auszuwandern, um in den Genuss vieler dortiger vielversprechender Bands zu kommen.
Neben Größen wie beispielsweise Pain, die auf dem internationalen Markt bereits Fuß gefasst haben, gehört auch die Truppe namens Turmion Kätilöt in die Riege der Formationen, an denen sich Fear Of Domination mitunter ein wenig orientieren, zu hören u.a. im Song „Sick And Beautiful“.
Unabhängig dieser Assoziationen, die Fear Of Domination zu einigen Landsleuten wecken, sind ihnen in erster Linie eine Eigenständigkeit und ein hoher Wiedererkennungswert zu bescheinigen.

Abgesehen von ihrem kreativen Umgang mit elektronischen Elementen sticht insbesondere die vielseitige Stimme von Sara Strömmer heraus, die u.a. in „Shame“ ihre klare, gefühlvolle Seite à la Lacuna Coil auspackt, in anderen Songs mit Growls und Screams ordentlich auf die Zwölf gibt.
Komplettiert wird die Gesangsfront sowohl durch männlichen Klargesang (teils à la Peter Tägtgren/Pain) sowie durch die Shoutings von Gründungsmitglied Saku Solin.

Fear Of Domination (Copyright: Susanna Raitamaa)

Wer bereits über den gesanglichen Abwechslungsreichtum staunt, wird auch in Hinblick auf die instrumentale Ebene Augen machen. Obschon es den Anschein hat, dass Fear Of Domination permanent Gas geben und mit Melodeath-Touch oft sehr brachial und aggressiv wirken, überraschen sie zwischendurch immer wieder mit atmosphärischen oder straighten, eingängigen Nummern. Langweilig wird es bei den Finnen auf Albumlänge somit nicht, auch wenn derlei Auflockerungen (wie „Shame“) ruhig öfter ihren Platz auf dem Silberling hätten finden können.

Wer Fear Of Domination erst mit „Metanoia“ kennenlernt, dem sei an dieser Stelle der Griff zur Deluxe 2CD-Variante empfohlen, die neben „Metanoia“ als Bonus noch das Vorgängeralbum „Atlas“ enthält.

Auch wenn „episch“ eventuell nicht das richtige Wort ist, das das aggressive, rasant nach vorne preschende und moderne Album „Metanoia“ passend beschreibt, sind die damit verbundenen 4,5 Sterne definitiv wohlverdient!

Video

Tracklist

01 Dance With The Devil
02 Obsession
03 Face Of Pain
04 Sick And Beautiful
05 Shame
06 Lie
07 We Dominate
08 The Last Call
09 Mindshifter
10 Ruin

Details

Fear Of Domination – Homepage
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Fear Of Domination – Twitter

Label: Out of Line Music / Rough Trade
Vö-Termin: 29.06.2018
Spielzeit: 40:01

Copyright Cover: Out of Line Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde