Review

Mit „Slaughterhouse-Rock“ bringen Everlasting Carnage, die Staßfurter rund um Vokalist Gore Steiner, ein ziemlich straightes Death Metal Album heraus. Rein vom Namen her könnte man da an Größen wie Debauchery denken, doch auf „Slaughterhouse-Rock“ geht es slammiger zu.

Apropos Namen: Ob Necrophagous, Schweinemann, Gorvus, Veneficus oder eben Gore Steiner – an kreativen Membernames mangelt es Everlasting Carnage nicht.
Aber was will uns die Band mit ihrem Demo-Flair im lustigen Death Metal Gewand nun eigentlich vermitteln?

Mit dem Opener „E.C.Has Entered The Building“ eröffnen sie zunächst überzeugend ein klassisches Death Metal Album. Das Knarren einer Tür und die ordentliche Groovepower kommen saftig daher, der extrem bassige Sound hat ebenfalls seinen Charme und Gore Steiner ist zudem ziemlich fit am Mikro, denn ob tiefste Growls oder seine Screams, er sorgt immer für das richtige Maß.

Im Gesamten haben wir es mit einem slammigen Brutal Death Metal zu tun, der aber nicht unbedingt mit Blasts und Doublebassaction überzeugt, sondern eher mit straighten Death Metal Riffs, die sich nicht mehr so viele Musiker zu spielen trauen. Dadurch fühlt sich der Hörer ein wenig in die Zeit zurückversetzt – und das tut richtig gut.

„Imprint“ gibt darüber hinaus ein sehr gutes Beispiel für ein Songwriting mit Blick auf das Wesentliche im Death Metal ab. Hier und da ein paar quere Noten und die Laube ist fertig. Viel Schnickschnack darf man also nicht erwarten; höchstens ein wenig Simplizität, wie der Song „Der Schweinemann“ zeigt. Jene Einfachheit muss man allerdings mögen, um diese Tracks, die keine Reißer sind, nicht zu skippen.

„Slaughterhouse-Rock“ wird zur Mitte hin dann noch etwas grindiger, was dem Album abermals frischen Wind verpasst. Dazu gesellt sich das scheinbare Interesse der Band, etwas mehr Melodie in den Vordergrund zu stellen; „Rise Of Slaughter Joe“ kommt beispielsweise sogar ziemlich „schwedisch“ daher. Ein absoluter Brecher!

Everlasting Carnage (Copyright: Everlasting Carnage)

Insgesamt versetzen Everlasting Carnage ihre Hörer mit „Slaughterhouse-Rock“ in eine Zeit, in der Underground-Bands Lust auf Death Metal mit viel Slam hatten. Die Jungs bleiben sich somit treu und verbinden das Ganze mit Melo Death und etwas Grind. Grundlegend eine super Mischung. Hier und da bleibt es allerdings zu einfach, etwas platt und daher eintönig. Zudem wirkt der Sound eher wie aus der Dose als wirklich produziert. Das fällt nach mehrmaligem Hören jedoch nicht mehr so stark ins Gewicht. Alles in allem ist „Slaughterhouse-Rock“ somit gut, aber kein Highlight.

Video

Trackliste

01 E.C.Has Entered The Building
02 Rock’N’Growl
03 Imprint
04 Der Schweinemann
05 Track #49
06 Rise Of Slaughter Joe
07 Schlachthaus-Faktor
08 Rockstar
09 E.C.Has Left The Building
10 Hello Clitty

Details

Everlasting Carnage – Facebook

Label: Kernkraftritter Records
Vö-Termin: 02.06.2017
Spielzeit: 33:04

Copyright Cover: Kernkraftritter Records



Über den Autor

Marcus
Marcus