Review

Ein Jahr nach dem Erscheinen ihres Albums „The Holographic Principle“ schieben Epica bereits die EP „The Solace System“ nach. Was bei anderen Musikern und Bands meist dazu dient, die Wartezeit auf eine kommende Veröffentlichung zu verkürzen und die Erwartungshaltungen zu befeuern, ist im Falle von Epica eher als Nachschlag zu „The Holographic Principle“ zu bewerten. Sämtliche Songs der EP sind nämlich bereits in der Aufnahmesession des Albums entstanden, haben aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht den Sprung auf das Album geschafft. Ist „The Solace System“ somit eine Verwertung eher zweitklassiger Songs? Mitnichten!

Ganze sechs Titel hatten Epica noch in petto, die Hörern und Fans nun in dieser kompakten Form als EP präsentiert werden.

Den Beginn macht der Titeltrack „The Solace System“, der vor allem mit seinem getragenen Refrain gefällt.
„Fight Your Demons“ präsentiert sich dann eine ganze Spur schneller und härter. Trotzdem werden aber in diesem Lied den orchestralen Arrangements und den Chören sehr viel Raum gegeben. Mit dieser Kombination ist „Fight Your Demons“ ein wirklicher Kracher geworden.
Episch-sinfonisch geht es mit „Architect Of Light“ weiter; zuerst schön melodisch mit Simone Simons Gesangsstimme und dem Chor, bevor es im Refrain mit dem Einsatz von Mark Jansens Growls wieder etwas aggressiver wird.
Mit ungewöhnlich treibenden Gitarren startet „Wheel Of Destiny“ und auch Simons‘ zunächst dunkel gehaltener Gesang überrascht angenehm.
Das melodiestarke „Decoded Poetry“ wartet diesmal mit einer sakralen Choreinlage auf und mit „Immortal Melancholy“ findet sich auch eine Ballade auf der EP wieder, die alleine von Simone Simons dargeboten wird.

Auffällig bei all diesen Songs ist, dass sie sehr kompakt und kurzweilig wirken, was ja bei Epica nicht immer der Fall ist. Die drei „Gesangsstimmen“ (Simone, Mark und Chor) wirken sehr dynamisch und harmonieren perfekt miteinander.

Epica (Copyright: Tim Tronckoe)

Klotzen statt kleckern heißt es bei Epica wieder einmal, denn „The Solace System“ überzeugt in allen Belangen; angefangen von der Covergestaltung, über die Quantität bis hin zur Qualität der Songs. Jeder Track punktet mit seiner kompositorischen Anlage und seinen Arrangements. Und auch eine reine Akustikballade wie „Immortal Melancholy“ wirkt auf „The Solace System“ nicht als Lückenfüller.

Es fällt schwer, objektive Gründe zu finden, warum die Stücke der EP es nicht auf das seinerzeitige Album geschafft haben. Mit der Veröffentlichung von „The Solace System“ erweisen Epica ihren Hörern und Fans somit einen riesigen Gefallen. Anders als bei „The Quantum Enigma“, als man die zusätzlichen Songs der Session als Bonustracks nur einzeln und auf unterschiedlichen Plattformen anbot und den Hörern damit die Chance nahm, alle zusammen zu erwerben, ist die Veröffentlichung auf einer EP diesmal der richtige Weg.

Da das Endergebnis in jeder Hinsicht und in allen Belangen überzeugt, bleibt uns nur die Höchstpunktzahl für „The Solace Sytsem“ zu vergeben und für alle Fans von Epica eine ganz klare Kaufempfehlung auszusprechen.

Video

Tracklist

01 The Solace System
02 Fight Your Demons
03 Architect Of Light
04 Wheel Of Destiny
05 Immortal Melancholy
06 Decoded Poetry

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 01.09.2017
Spielzeit: 29:55

Copright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde