Review

Mit kantigen Synthis und pulsierenden Beats wollen Empire In Dust mit ihrer neuen Scheibe „A Place to Rest“ die Herzen ihrer Hörer erobern. Unter einem Platz zum Ausruhen stellt man sich zwar etwas anderes vor als eine Bank im Flughafen, aber es soll Leute geben, die an so einem Ort schon mal gelebt haben.

Und es geht auch direkt los mit den ersten wellenartigen Klängen, die die Trommelfelle umschmeicheln, und schon findet man sich inmitten einer Art New Retro Wave wieder. Wer Eurodance noch miterleben durfte, wird sofort mit dem Wippen anfangen. Untermalt von exzentrischem, aber bestimmendem Gesang, der eine tiefere Stimmlage zur Natur hat.

Zweiter Titel „Cut“ schlägt dann hörbar düstere Töne an. Zwar gibt das Sample einer gezückten Klinge (ich glaube, so etwas gibt es auch als Ton fürs Smartphone) dem Ganzen den gewissen Kick, aber der Song steigert sich bis zum Ende immer weiter in sich selbst hinein, was den treibenden Effekt unterstützt.

Dennoch muss man sagen, dass Empire In Dust spätestens nach „Against Reality“ ihre ganze Munition verschossen haben. Der Sound von „A Place to Rest“ beginnt stark zu stagnieren. Stets die gleichen Synths, die gleichen Beats und auch beim Gesang mangelt es deutlich an Abwechslung. Einzig der weibliche Gesang daneben frischt die Songs etwas auf, dieser füllt aber mehr den Hintergrund. Auch das anfängliche Gefühl von Nostalgie beginnt allmählich zu verschwinden, denn selbst Synthies aus den 80s bzw. 90s sind, im Übermaß genutzt, irgendwann nicht mehr zeitgemäß.

Empire In Dust (Copyright: Empire In Dust)

Empire In Dust (Copyright: Empire In Dust)

Mit „Libria“ holen Empire In Dust allerdings noch mal ordentlich was aus ihrer Musik heraus. Rave trifft auf Trance mit einem Hauch Industrial, was dann wirklich gut zu pumpen anfängt. Zum Nachteil von „A Place to Rest“ einer der wenigen Tracks, die die steigende Monotonie der Platte unterbrechen. Das Gleiche gilt für „The Glade“, welcher wenigstens die Melodie ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten weiß. Und die harten Synths kommen hier wohl am besten rüber.

Empire In Dust wissen mit ihrem Album durchaus die richtigen Nerven zu treffen, um ihre Hörer mit ihrem hypnotischen Sound und Gesang in den Bann zu ziehen. Doch sobald „A Place to Rest“ anfängt, vor sich hin zu tröpfeln, wird es aufgrund mangelnden Interesses schwer, der Musik weiter zu folgen. Wirklich schade, dass es so ausgeht, da ein paar Songs wirklich komplett überzeugen können, sich diesen öfters zu widmen.
Vorher mal reinschauen und selbst entscheiden, vielleicht kann der eine oder andere „A Place to Rest“ mehr abgewinnen.

Anspieltipps:
Cut / Libria / The Glade

Video

Trackliste

01 Always Blue
02 Cut
03 Bliss & Starvation
04 Downtime
05 Libria
06 Against Reality
07 Silent World
08 The Glade
09 Washed Away
10 Your Light
11 Retrospective

Details

Empire In Dust – Homepage
Empire In Dust – Facebook

Label: Phonector
Vö-Termin: 23.10.2015
Spielzeit: 49:39

Copyright Cover: Phonector



Über den Autor

Christopher