Review

„Leaves – The Colour Of Falling“ ist das Ergebnis der Gruppe Efterklang und ihrer Zusammenarbeit mit Karsten Fundal. Hier treffen Welten aus Oper und Post Rock zusammen. Dass dies einwandfrei funktionieren kann, beweist ihr Werk.

Allen, die an dieser Stelle anspruchsvolle Musik erwarten, darf diese Vermutung bestätigt werden. Tatsächlich ist der Anteil klassischer Opern-Elemente (wie beispielsweise der typische Gesang und das musikalische Arrangement) sehr hoch. Abschrecken lassen sollte man sich dennoch nicht davon. Selbst wenn man sich bisher nicht allzu sehr mit dieser Materie beschäftigt hat, kann man sich „Leaves – The Colour Of Falling“ trotzdem sehr gut anhören; entweder um einen Zugang zu dieser Art von Musik bzw. Kunst zu finden oder um sich einfach nur berieseln zu lassen. Denn dieses Album ist der Inbegriff von Zugänglichkeit. Auch wenn sich „Fremdhörer“ in den ersten Minuten vielleicht noch an das Ganze gewöhnen müssen, so finden sie schnell einen roten Faden. Wohl deswegen, weil sich so viele moderne Einflüsse in den zehn Songs wiederfinden.

Das Klangspektrum umfasst alles, angefangen von einer unglaublich starken Atmosphäre. Den Sounds wird hier sehr viel Spielraum geboten und sie stehen in angenehmen Einklang mit dem Gesang.

Über Atmosphäre hin zum Hang für das Expermintelle – auch das findet sich auf „Leaves – The Colour Of Falling“ immer wieder; und zwar so, als würde man die Grenzen allein für den Bereich Oper komplett neu setzen, sodass auch ungeübte Hörer einen gewissen progressiven Ansatz erkennen können.

Efterklang (Copyright: Björn Giesenbauer)

Efterklang (Copyright: Björn Giesenbauer)

„The Colour Not Of Love“ ist dann der Song, der das gesamte Konzept der Platte etwas umwirft, da hier sehr viel mit Pop-Rock gearbeitet wird. Diese Umgewöhnung ist zunächst etwas unpraktisch, aber da der generelle Aufbau der Songs immer in Akte unterteilt ist, findet auch das vorherige Material in diesem Titel seinen Platz.

Zwischendurch gibt es vielleicht ein paar Momente auf der Platte, die einen stutzen lassen. So wie in „Abyss“, der sein subtiles düsteres Thema manchmal etwas zu sehr vertieft, sodass sich dadurch die einzelnen Übergänge etwas holprig gestalten.

Auf den ersten Blick mag dieses Album eine überschaubare Hörerschaft ansprechen, aber wenn man sich erst einmal intensiver damit beschäftigt hat, wird man schnell persönliche Präferenzen feststellen.

Video

Trackliste

01 Cities Of Glass
02 Imagery Of Perfection
03 Spider’s Web
04 The Colour Not Of Love
05 Leaves (feat. Morten Grove-Fandsen)
06 Stillborn (feat. Katinka Fogh Vindelev)
07 Abyss (feat. Nicolai Elsberg)
08 No Longer Me (feat. Lisbeth Balslev)
09 Eye Of Growth
10 Wind

Details

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Karsten Fundal – Homepage

Label: Tambourhinoceros
Vö-Termin: 07.02.2017
Spielzeit: 58:34

Copyright Cover: Tambourhinoceros



Über den Autor

Christopher