Review

Nach Ugly Kid Joe holt sich das Label Metalville mit Dog Eat Dog eine weitere 90er Jahre Kult-Band ins Bandrooster.

Jene bringt mit der EP „Brand New Breed“ nun, nach mehr als zehn Jahren Veröffentlichungspause, neues Material unters Crossover hörwillige Volk.

So wurden vier neue Songs (bisher nur als EP bei Konzerten der Band erhältlich) auf den Silberling gepresst, dessen übrige Spielzeit mit bisher unveröffentlichten Unplugged- und Livetracks gefüllt wird.

Crossover mit Live-Charme

Ihrer Kombination aus Elementen von Hardcore-Punk, Metal und Hip Hop bleibt sich die Kombo aus New Jersey dabei auch 2018 noch treu, ergänzt ihren bunten, aber doch harmonisch zusammengewürfelten Mix zudem um Reggae- und Jazz-Anleihen und präsentiert das Ganze in einer zeitgemäßen, durchschlagskräftigen Produktion.

Diese setzt nicht nur die Unplugged- und Live-Aufnahmen (u.a. von Klassikern wie „Isms“ und „Rocky“) hervorragend in Szene, sondern untermauert auch den Live-Charakter der neuen Titel. Denn unumstritten hört man Dog Eat Dog auch in den neuen Songs ihren in der Vergangenheit fleißig erspielten Status als Liveband an. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass ein Groover wie „XXV“ oder die Reggae-lastige Nummer „Lumpy Dog“ als Albumtrack weitaus weniger mitreißen wie eine Liveperformance dieser Lieder. Insbesondere „Lumpy Dog“ besitzt diesbezüglich Jam-Session-artige Passagen, die zu einem Konzertbesuch geradezu einladen.

Dog Eat Dog unplugged

Es wundert daher nicht, dass es jener Song auch als unplugged Version auf „Brand New Breed“ geschafft hat. Zu ihm gesellen sich außerdem die unplugged Fassungen von „Isms“ und „Rocky“.
Teils wurden dabei die Hip Hop-Nuancen zurückgeschraubt, während mehr Groove und Leichtigkeit Einzug halten. Besonders positiv fällt in diesen Arrangements der Gesang von John Connor auf, der wunderbar ins Zentrum der Titel gestellt wurde. Indem zusätzlich das Publikum zu hören ist, wird die Liveatmosphäre einmal mehr untermauert.

Das neue Material

Die neuen Songs „XXV“, „Vibe Cartel“, „Lumpy Dog“ und „Emoji Baby“ eröffnen die EP und zeigen, wie Dog Eat Dog heutzutage klingen wollen. Auffällig ist dabei, dass die einzelnen Stile weniger gut miteinander verschmelzen als noch zur damaligen Hochzeit der Band. Dadurch liegt der Fokus innerhalb eines Songs oftmals zu sehr auf einem einzigen Stil (wie z.B. auf der Reggae-Komponente in „Lumpy Dog“), was das betreffende Lied auf Dauer ein wenig eintönig und eng gesteckt wirken lässt.

Für Hörer, bei denen Hip Hop und Metal einfach nicht zusammengehören, sind auch die neuen Titel – trotz oder gerade auch wegen der Jazz- und Reggae-Einflüsse – nichts. Denn Dog Eat Dog verwenden Crossover nicht nur als Begriff, sondern leben sich diesbezüglich musikalisch aus. Entsprechend werden Genre-Grenzen gesprengt, ohne jedoch einen gewissen roten Faden zu verlieren.

Dog Eat Dog (Copyright: Dog Eat Dog)

Auch ein Retro-Charme, der „Brand New Breed“ für Nostalgiker und alte Fans der Band attraktiv macht, ist der EP nicht abzusprechen, denn dass hier eindeutig Dog Eat Dog am Werk sind, hört man den Titeln durchaus an. Um aber an ehemalige Hits und Erfolge auch heutzutage noch anknüpfen zu können, erfordert ihr Crossover mehr Mut, als hier an den Tag gelegt wird. Zwar modern und harmonisch mit den Stilen spielend, fehlt es sowohl an Ohrwurmqualitäten als auch an Aufhorch- und Überraschungsmomenten.

Bis es dazu kommt, können sich Fans der Band aber immerhin über dieses neue Material freuen, auf das sie so lange gewartet haben.

Video

Tracklist

01 XXV
02 Vibe Cartel
03 Lumpy Dog
04 Emoji Baby
05 Isms (unplugged)
06 Rocky (unplugged)
07 Lumpy Dog (unplugged)
08 XXV (live)

Details

Dog Eat Dog – Homepage
Dog Eat Dog – Facebook

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 30.11.2018
Spielzeit: 30:51

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde