Review

Deserted Fear haben es nun endlich in den Olymp geschafft. Seit Jahren sind sie nicht mehr aus der deutschen Death Metal-Szene wegzudenken. Mit „My Empire“ konnten sie schon früh viele Fans gewinnen, was nicht nur an ihrer Musik lag, sondern auch am sympathischen Auftreten der Bande. Live sind sie gut aufeinander eingespielt und reißen ein ziemliches Brett ab. 2014 kam der Nachfolger „Kingdom of Worms“, welcher leider nicht so kraftvoll ausfiel. Doch mit dem 2017er Release „Dead Shores Rising“ geht es wieder in die richtige Richtung. Mit großem Label im Rücken und einer Menge Power sollte dieses Jahr so einiges für die Band bereithalten.

Startet man aber zunächst das Intro, denkt man an einen Filmsoundtrack (wie z.B. zu „Pacific Rim“). Im Vergleich zum Rest der Platte klingt dieser Einstieg etwas merkwürdig. Zwar sehr emotional und heroisch daherkommend, wirkt der Track im Kontext des Albums fremd.

Glücklicherweise folgt danach schon gleich der Brecher „The Fall Of Leaden Skies“. Bereits hier fällt der extrem gute Schlagzeugsound auf. Gerade die Snare und der Beckeneinsatz klingen herrlich natürlich. Simon legt ein ordentliches Brett hin und spielt äußerst tight. Absolute Höchstleistung also.
Fronter Manuel klingt fies, fast angepisst, so wie man ihn gesanglich eben kennt – nach Schweden Death und ein wenig keifendem Black Metal. Über die gesamte Platte hinweg fällt sein Niveau auch nicht ab.

Überraschenderweise haben Deserted Fear mit ihren Singleauskopplungen nicht schon die besten Songs präsentiert, denn vor allem bei Tracks wie „The Edge Of Insanity“ oder „Till The Last Drop“ zeigt sich die gute Kombination aus groovigen Walz-Riffs und schönen Melodien, die sinnvoll in den Song eingearbeitet wurden.
Alles wirkt schön rund. Das kommt auch dem Drive zugute, denn zu keiner Sekunde hat man das Gefühl, sich zu langweilen.

Einzig das eingangs erwähnte Intro und das „Interlude“ zu „Towards Humanity“ erscheinen etwas deplatziert, denn ohne diese Tracks wäre „Dead Shores Rising“ ein astreines Death/Thrash Metal-Album ohne Schnörkel gewesen; selbst wenn besagtes „The Edge Of Insanity“ eine leichte Modern Metal-Note aufweist und „Face Our Destiny“ als Hardcore-Metal-Mix durchgehen könnte.

Deserted Fear (Copyright: Deserted Fear)

Als Dreingabe gibt es noch zwei Bonustracks, die mächtig Laune machen.

Aller guten Dinge sind drei und so passt nach „My Empire“ und „Kingdom of Worms“ auf „Dead Shores Rising“ so ziemlich alles. Obwohl das Album nicht unbedingt als Überflieger betitelt, sondern vielmehr als ein absolut rundes und solides Album bezeichnet werden kann, sind die Songs doch gut geschrieben, die Riffs sowie die Stimmung passen und der Drive der Tracks ist brillant. „Dead Shores Rising“ wird somit nicht ermüden und es tut dem Hörer gut, mal wieder handgemachte 8-Saiter freie Metal-Tracks zu hören.
Kaufen, lieben, live erleben!

Video

Tracklist

01 Intro
02 The Fall Of Leaden Skies
03 The Edge Of Insanity
04 Open Their Gates
05 Corrosion Of Souls
06 Interlude
07 Towards Humanity
08 The Carnage
09 Face Our Destiny
10 Till The Last Drop
11 Carry On
12 A Morbid Vision (Bonustrack)
13 The Path Of Sorrow (feat. Tomas Lindberg/At The Gates; Bonustrack)

Details

Deserted Fear – Homepage
Deserted Fear – Facebook

Label: Century Media
Vö-Termin: 27.01.2017
Spielzeit: 44:56

Copyright Cover: Century Media



Über den Autor

Marcus
Marcus