Review

Für alle, die es technisch etwas versierter und anspruchsvoller bevorzugen, bietet die deutsche Band Dementia die passende Grundlage. Zwischen progressive Passagen schieben sich immer wieder Momente, die auf „Dreaming in Monochrome“ den Nacken beanspruchen.

Man sollte jedoch keine Angst vor Songs haben, die an der 10-Minuten-Marke kratzen; besonders der Titeltrack erfordert mit seiner 18-minütigen Spielzeit die gesamte Aufmerksamkeit der Hörer. Dafür bringen Dementia wirklich viel in ihren Sound unter.

So kann es vorkommen, dass nach einem Metal durchtriebenen Teil direkt eine Akustik-Passage hinterher geschoben wird. Und wenn die Saiteninstrumente mal nicht ausreichen sollten, legt man kurzerhand einen Synthesizer drüber. Instrumental bringen Dementia einiges auf den Tisch, das hilft, ihre Songs weiter eskalieren zu lassen.

Auf „Dreaming in Monochrome“ sticht vor allem ein Titel mit seiner Vielfalt hervor. „Ghost“ vereint verschiedene Stile in sich, sodass er sich nach Ablauf der gesamten Spieldauer definitiv eingeprägt hat. Was man leider nicht von allen Songs behaupten kann.

Nicht unbedingt die lange Laufzeit ist hierfür der Grund, sondern die Tatsache, dass man sich nur an einzelne Passagen erinnert, in denen die Musik von Dementia wirklich hervorsticht. Gleichermaßen wird es schwierig, wenn es um die Übergänge zwischen den verschiedenen Elementen geht. Läuft das Ganze an der einen Stelle mehr oder weniger flüssig ab, unterbricht an anderer Stelle ein derart abruptes Beenden oft unnötigerweise den Flow.

Dementia (Copyright: Dementia)

Dementia (Copyright: Dementia)

Sobald Dementia ihre Songs so kompakt wie möglich halten, ist sogar der eine oder andere Ohrwurm die Folge. „Abyssal Fall“ hat mit seinen knapp sechs Minuten beispielsweise alles unter einen Hut bekommen; stellenweise etwas generisch, aber auch mit ein paar Highlights.

Zu ihnen gehört auch der Gesang, der – wenn man sich nicht gerade die Kehle wund brüllt – durch seinen nasalen Touch auffällt. Hier hätte man ruhig viel mehr rausholen können, um den Songs mehr Charakter zu verleihen.

Dementia bieten anspruchsvollen Metal mit einer progressiven Art, der man durchaus etwas abgewinnen kann. Es ist natürlich immer vom individuellen Hörverhalten und der Gewohnheit abhängig, ob man den Songs lange genug folgen kann, aber wenn dem so ist, wird „Dreaming in Monochrome“ eine wahre Wohltat sein.

Video

Trackliste

01 Darkness Rising
02 Ghosts
03 Abyssal Fall
04 Monologue
05 Dreaming in Monochrome

Details

Dementia – Facebook

Label MDD Records
Vö-Termin: 17.06.2016
Spielzeit: 52:16

Copyright Cover: MDD Records



Über den Autor

Christopher