Review

Eine Band mit einem solch ungewöhnlichen Namen und im rockigen Hipster-Look muss doch ein Newcomer sein, oder etwa nicht? Nein! Denn die norwegischen Rocker von Death By Unga Bunga feiern in diesem Jahr sogar schon ihr 10-jähriges Bestehen. Und wie geht das besser, als mit einem neuen Album?

Mit ihrem fünften Studiowerk „So Far So Good So Cool“wieder einmal selbst produziert, was ihm einen besonderen persönlichen Touch verleiht – fassen sie ihre bisherige Bandgeschichte und vor allem die letzten Jahre eigentlich ganz gut zusammen. War 2016 mit der Veröffentlichung ihres vierten Albums „Pineapple Pizza“, der neu gemasterten Version ihres Debüts „Juvenile Jungle“ und der EP „Fight“ ein sehr produktives Jahr, zog es die fünf Musiker 2017 auf die Bühnen dieser Welt – eine gemeinsame Tour mit den Punk-Legenden Stiff Little Fingers, Headliner-Konzerte in den USA sowie eine Vielzahl an Clubshows und Festivals in ganz Europa.

Auch optisch machen Death By Unga Bunga auf sich aufmerksam. Sänger und Gitarrist Sebastian, der mit blondem Pottschnitt, Schnauzbart und riesiger Statur einen sehr prägenden Eindruck hinterlässt, sowie Drummer Ole, der seine stets nackt zur Schau getragenen Wampe stolz präsentiert, sind nur zwei der fünf einprägsamen Charaktere der Band. Komplettiert wird diese von Preben an den Keys, Stian an der Gitarre und Even am Bass.

Ihr Sound, das ist feinster Punk-Rock und Power-Pop, den sie mit einer unbändigen Spielfreude präsentieren. Knackige Gitarrenriffs, clevere Texte und ausartende Soli machen Death By Unga Bunga nicht nur auf dem Silberling zu einem Spaß-Garant.

Elf neue und spaßige Songs haben es auf das neue Album geschafft. Eröffnet wird „So Far So Good So Cool“ mit „Haunt Me“. Catchige Riffs laden direkt und unweigerlich zum Mitwippen mit dem Bein ein – in entsprechender Lautstärke kann sich auch der Rest des Körpers nicht mehr wehren und einem ausgelassenen Tanzen steht nichts mehr im Weg.
Auch die nachfolgenden Stücke „Soldier“ und „Cynical“ reihen sich in den Stil ein, der ein wenig an den College-Rock der 2000er Jahre erinnert.

„Internet“ ist ein rein „instrumentales“ Stück, wobei weniger Instrumente zu hören sind als konfuse Geräusche und Gespräche. Eine Art Hintergrundrauschen, das beim schnellen Hören nebenbei einfach untergehen könnte.

„So Cool“, „Into The Night“ und „Turn My Brain Off“ kehren wieder zurück zum Muster vom Beginn – rockig-cooler Sound mit eingängigen Lyrics, die – egal ob unter der Dusche, beim Hausputz, der Autofahrt oder wo auch immer – einfach nur Spaß machen.

Der nicht mal 1-minütige Track „Space Face“ ist tatsächlich etwas spacig angehaucht. Wieder ein „Instrumental“, bei dem eher wirre, ans Beamen erinnernde Geräusche und verzerrte Computerstimmen zu hören sind als wirkliche Instrumente.

Death By Unga Bunga (Copyright: Marius Eriksen)

Mit „Boys“ ist dann aber wieder der solide Rock-Sound zu vernehmen, der schon vorab zu überzeugen weiß, wenn auch mit etwas weniger Drive als noch zu Beginn. Der Sound wirkt zwar immer noch rockig, allerdings schwerer und mit weniger freudiger Leichtigkeit als in den ersten Titeln. Das zieht sich auch bis zum Ende über die letzten Songs „I’m No Provider“ und „Bye Bye“. Es scheint fast so, als sei der Schwung vom Anfang etwas verloren gegangen, aber dieses „Problem“ gibt es ja bei vielen Bands und ihren Rock-Alben.

Abschließend kann man sagen, bei Death By Unga Bunga fängt der Spaß schon beim Namen an, setzt sich über die Songs fort und soll in ausartenden Live-Shows gipfeln (was bei Gelegenheit jeder für sich selbst entscheiden kann).
Seit zehn Jahren funktioniert ihr Konzept nun und das wird es mit Sicherheit auch noch länger. Mit „So Far So Good So Cool“ setzen sie ihrer bisherigen Schaffenszeit noch einen drauf – die Riffs sind griffiger, die Texte smarter, die Soli wilder und die Songs schneller, lauter und unterhaltsamer denn je. So weit, so gut, so cool

Video

Tracklist

01 Haunt Me
02 Soldier
03 Cynical
04 Internet (Interlude)
05 So Cool
06 Into The Night
07 Turn My Brain Off
08 Space Face (Interlude)
09 Boys
10 I’m No Provider
11 Bye Bye

Details

Death By Unga Bunga – Homepage
Death By Unga Bunga – Facebook
Death By Unga Bunga – Instagram

Label: Jansen Records / The Orchard / Membran
Vö-Termin: 06.04.2018
Spielzeit: 33:37

Copyright Cover: Jansen Records



Über den Autor

Steph