Review

Mit ihrem Projekt Dark Sarah und dem aktuellen, dritten Album „The Golden Moth“ schickt sich ex-Amberian Dawn Sängerin Heidi Parviainen an, die 2015 begonnene „The Chronicles“-Trilogie abzuschließen.

Nach „Behind the Black Veil“, gleichzeitig auch das Debütalbum, erzählte 2016 „The Puzzle“ die Geschichte der Konzeptalben weiter. Nun wird mittels zwölf Songs ein Strich unter die Geschichte der dem Projekt ihren Namen gebenden Protagonistin Dark Sarah gezogen.

Die Songs

Ausreichend Stimmung für ein würdiges Finale baut bereits der Opener „Desert Rose“ auf. Mystisch und mit rituellen Klängen (u.a. durch Trommeln) versehen, macht der Track Lust auf mehr.

Und mehr gibt es sodann, denn nahtlos schließt sich „Trespasser“ an; die Elemente des Openers beibehaltend.
Der Song wird dem Genre, für das man sich entschieden hat, mehr als gerecht. Dark Sarah holen das Beste aus der Kombination von Metal und Filmmusik heraus; Theatralik und eine klassische weibliche Gesangsstimme inklusive.
Ihre Art des Cinematic Metal hätten manch andere female fronted Symphonic Metal Bands nicht besser hinbekommen. „Trespasser“ vereint metallische Ausbrüche inmitten gefühlvoller Sequenzen. Opulenz, Bombast und Epik sind die hörbaren Folgen. Spielend präsentiert man ganz nebenbei zudem noch eine Eingängigkeit, sodass insbesondere der Refrain den Hörer packt.

Noch eine Spur eingängiger fällt „Wheel“ aus. Während „Trespasser“ vor allem durch seine Atmosphäre mitreißt, geschieht dies hier nun durch die guten Melodien. Im Vergleich zum Vorgängersong kommt „Wheel“ zudem beinahe leichtfüßig daher und endet mit einem gelungenen Übergang zum Intro des Songs „My Beautiful Enemy“.

Cinematic Metal meets Disney-Musical

Der wiederum setzt verstärkt den Fokus auf den Cinemtatic-Aspekt. Leider geht das aber nicht in die Metal Richtung, sondern erinnert eher an eine Ballade aus märchenhaften Disney-Veröffentlichungen. Indes dominiert ein Musical-Charme den Titel.

Wem das schon zu kitschig, zu viel Disney oder zu musical-esk ist, der wird auch mit dem Track „Wish“ seine Probleme haben.

Keine Zeit für Langeweile

Ohne ganz in die Musical- und Disney-Richtung abzudriften, fügen Dark Sarah immer mal wieder weitere unterschiedliche Stilelemente in ihre Musik ein. So servieren sie mit dem Song „Sky Sailing“ teils Filmmusik à la Hans Zimmer, jahrmarktmusikalische Töne in „I Once Had Wings“, einen elektronischen Titel mit „Golden Moth“ oder Hörspiel-Züge, die das Konzept erzählerisch vorantreiben, in „Pirates“.

Entsprechend können und werden nicht alle Titel gleichermaßen gefallen. Teils sorgen gerade die verschiedenen Zugaben und Entwicklungen für einen etwas sperrigen Zugang.
Ein Nachteil von Dark Sarahs Abwechslungsreichtum: Während einige Songs somit durchaus alleinstehend und Konzept unabhängig gehört werden können, sind andere auf diesen Kontext angewiesen und brauchen mehr Geduld und Zeit seitens der Hörer.
Ein klarer Vorteil der Abwechslung: Zeit für Langeweile gibt es hier nicht.

Gesangliche Unterstützung

Dark Sarah (Copyright: Dark Sarah)

Langweilig wird es auch gesanglich nicht. Neben einem grandiosen Moment, den Heidi Parviainen den Hörern u.a. in „I Once Had Wings“ beschert, versammeln sich mit Zuberoa Aznarez (Diabulus In Musica), Marco Hietala (Nightwish) und Netta Skog (ex. Ensiferum) weitere starke Stimmen auf dem Album, die den Songs eine passende Intensität verpassen.

Damit ist „The Golden Moth“ am Ende ein Rundum-sorglos-Paket für alle Cinematic (Symphonic) Metal Begeisterten, die hier dringend zugreifen sollten.

Video

Tracklist

01 Desert Rose
02 Trespasser
03 Wheel
04 My Beautiful Enemy
05 I Once Had Wings
06 Pirates
07 Sky Sailing
08 Wish
09 The Gods Speak (feat. Marco Hietala & Zuberoa Aznarez)
10 Promise
11 Golden Moth
12 The Gate Of Time

Details

Dark Sarah – Homepage
Dark Sarah – Facebook
Dark Sarah – Twitter

Label: Inner Wound Recordings
Vö-Termin: 21.09.2018
Spielzeit: 59:23

Copyright Cover: Inner Wound Recordings



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde