Review

2010 aus den restlichen Mitgliedern der Deutsch-Rock-Band Kraftstoff gegründet, halten CounterPayn an ihren anfänglichen Hardrock-Einflüssen fest, jedoch nicht ohne diesen einen angemessenen Härtegrad und weitere stilistische Facetten zu verpassen. Das Ergebnis präsentierte die neu formierte Truppe 2013 schließlich auf ihrem ersten Album namens „Welcome To My Nightmare“ und servierte interessierten Hörern sieben Songs, die von diesen ersten Gehversuchen zeugen.

Nach dem ersten Hördurchlauf wird schnell deutlich, dass CounterPayn mit ihrem Debüt nicht nur Fans der härteren Gangart abholen werden. Vielmehr öffnen sie sich durch einen hohen Melodiefaktor und stimmige Stilvariationen einer breiten Hörermasse.

Bereits der Opener und gleichzeitige Titeltrack deutet den auf „Welcome To My Nightmare“ vollzogenen Spagat zwischen Rock und Metal an, startet der Song doch vornehmlich im Death Rock Gewand in das Album. Ein bisschen 80er Rock, gepaart mit Death-Growlings und akzentuiert gespielten Gitarren, die auch im Folgenden stets sehr treibend, on point und mit hörenswerten Soloeinlagen aufwarten, wird hier geboten.

Bevor sich jedoch der Eindruck eines sehr rocklastigen Werks manifestieren kann, geht es mit anschließendem „Barbed Wire“ schon weitaus metallischer zu. Dabei versprühen CounterPayn dann sogar stellenweise einen Hauch Horror- und Post-Punk-Charme, was die Genreoffenheit der Band einmal mehr unterstreicht, die zudem im Song „Stupid“ durch Country-/Southern-Rock-Klänge bestärkt wird.

Leider wirkt der mittlere Bereich des Albums „Welcome To My Nightmare“ eher eintönig, indem die Songs nur wenige Unterschiede offenbaren und sich somit kaum im Ohr festsetzen. Erst gegen Ende nimmt das Debüt wieder an Fahrt auf; der Rauswurf „Time Goes By“ besticht diesbezüglich sogar wieder durch seine hohe Eingängigkeit und einem metallischen „Schmiss“. Dies reißt nicht nur während des Hörens mit, sondern beeindruckt auch nachhaltig.

CounterPayn (Copyright: CounterPayn)

Auch wenn eine fettere Produktion ein weitaus druckvolleres Ergebnis erzielt hätte (soundtechnisch ist hier somit noch definitiv Luft nach oben), passt gerade dieser rohe, „unbearbeitete“ Klang von „Welcome To My Nightmare“ zur Anlage der Songs. Retro-charmant kommen dadurch gerade die traditionellen klassischen Stilausrichtungen zur Geltung und wirken insgesamt authentisch, wenn auch zeitlich etwas überholt. Fans gerade dieser Akustik – und der Underground-Bereich sowieso – werden jedoch dies an der CD sehr mögen. Persönlich wäre ich gespannt darauf, wie CounterPayn gegenwärtig klingen. Ein nächstes Album ist laut Band bereits in Planung, man wird also bald eine Antwort auf diese Frage bekommen. Bis dahin kann man durchaus dem 2013er Album „Welcome To My Nightmare“ diverse Hördurchgänge erlauben.

Tracklist

01 Welcome To My Nightmare
02 Barbed Wire
03 One Thing
04 Stupid
05 Bloody Bastard
06 Fate
07 Time Goes By

Details

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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 08.02.2013
Spielzeit: 33:42

Copyright Cover: CounterPayn



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde