Review

Wie amerikanisch Musik aus Münster klingen kann, stellen Coal Creek mit ihrem ebenso betitelten Debütalbum unter Beweis. Die darauf platzierten elf Songs sind im Alternative Rock/Metal anzusiedeln und stehen den Qualitäten von Größenquerschnitten aus Stone Sour, Deftones oder Breaking Benjamin in nichts nach.

Vor allem die druckvolle, saubere Produktion trägt zum Gelingen des Gesamtwerkes bei, doch auch an einigen Highlights, die mit Energie in die Gehörgänge katapultiert werden und dort lange verharren, mangelt es dem Erstling nicht.

Schon im Opener „Dreaming“ zeigt sich, dass Coal Creek in ihrer metallischen Härte stets Platz lassen für Pop-angehauchte Momente. Ob langsame Parts, Akustikgitarren oder catchy Melodien, zusammengenommen und teils kombiniert mit Core-Shouts sorgt ihre Alternative Rock/Metal Interpretation für Radiotauglichkeit und Gefallen bei den Hörern.

Die Herzen der weiblichen Hörerschaft bringen Coal Creek insbesondere mit Balladen wie „Till We Can Forget“ oder „Hold On To Hope“ zum Schmelzen. Somit wurde an alle möglichen Hörbedürfnisse gedacht und ihnen durch eine saubere Instrumentierung, straightes Songwriting und eine angenehm warme, gefühlvolle Gesangsstimme gerecht geworden.

Coal Creek (Copyright: Coal Creek)

Einzig „White Eyes“ sticht, als Abschlusssong platziert, ein wenig aus dem Albumkontext heraus. Gestaltet sich der Refrain noch in gewohnter Mixtur aus Härte und poppiger Catchiness, stellt besonders der Beginn des Tracks, konzentriert auf Gesang und Akustikgitarre, einen minimalen Stilbruch dar. Eine Überraschung, die jedoch homogener hätte integriert werden können.

Insgesamt erfindet das Quartett das Rad des Genres zwar nicht neu, darüber hinaus gehen einige Nummern im Vergleich zu potenziellen und energetischen Hits wie „Dead“, „From Inside“ oder „Slow Down“ etwas unter, da sie durch mangelnde Highlights zu schnell in Vergessenheit geraten, trotzdem kann „Coal Creek“ überzeugen und stellt ein Debütalbum dar, mit dem die Band ihr Können hervorragend zum Ausdruck bringt. Wenn eine Truppe derart stark vorlegt, ist hier noch weitaus Größeres zu erwarten.

Fans modernen Alternative Metals sollten zugreifen und die Jungs definitiv im Auge behalten. Auch der Besuch eines Konzerts könnte sich in diesem Fall aufgrund der hohen Dynamik der Tracks und ihres Livepotenzials als lohnend erweisen.

Video

Tracklist

01 Dreaming
02 Black Dream
03 Till We Can Forget
04 Dead
05 From Inside
06 New War
07 Closer
08 I Am Forever (Interlude)
09 Slow Down
10 Hold On To Hope
11 White Eyes

Details

Coal Creek – Homepage
Coal Creek – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 24.02.2017
Spielzeit: 37:41

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde