Review

Die Dubliner Celtachor haben mit ihrem dritten Album „Fiannaíocht“ ein atmosphärisch dicht gesponnenes Epos geschaffen, das die keltische Mythologie Irlands im 3. Jahrhundert zu neuem Leben erweckt.

Gitarren und Trommeln beginnen in „Sons Of Morna“ eine Erzählung, die gut das Intro eines Fantasy-Films untermalen könnte – bis Schlagzeug und harsche Vocals einsetzen und die Geschichte von Finn Mac Cumhal um einige Ebenen erweitern.

„King Of Tara“ öffnet das nächste Kapitel im Finn-Zyklus, irisch „an Fhiannaíocht“. Temporeiche Wechsel von Klargesang-Chorus und progressivem Growlen berichten von Finns Kampf gegen Aillen, Finns magischem Speer und seiner Krönung als neuer König der Tara, wie im Opener angekündigt.

„Tuiren“ schlägt erst sanftere Barden-Töne an, um dann mit düsteren Blasts und getragenen Vocals in melancholischer Weise die traurige Geschichte Tuirens zu erzählen und in repetitiver Steigerung in dramatischen Riffs zu enden.

„The Search For Sadbh“ beschreibt mit melancholischen Akustikgitarren und klagendem Klargesang Finns aussichtslose Suche nach seiner Gattin Sadbh, die er in ihrer Gestalt eines Rehs nicht mehr zu treffen bestimmt ist.

Jene Gitarren werden in „Caoilte“ aufgegriffen, um dann mit voller Wucht weiterzupreschen in Caoiltes Jagd nach den wilden Tieren Irlands, um Finn aus der Gefangenschaft zu befreien und als „One of the finest of the Fianna“ im Finn-Zyklus zu stehen. Dafür wurden ihm auch erstaunlich viele Textzeilen gewidmet, die seiner Sagengestalt als windschnellen Läufer entsprechend in sechs Minuten durchgejagt werden.

„The Battle On The Shore“ greift die Folk-Elemente des vorherigen Instrumentals auf, um sie dann in ein Metal-Gewitter zu überführen, das die Schlacht gegen Mal mit dramatischen Riffs, todschwarzen Blasts und weit übers Schlachtfeld hallenden Vocals spickt.

Celtachor (Copyright: Celtachor)

Mit „Tears Of Aoife“ beweisen die Iren Celtachor ein weiteres Mal den Abwechslungsreichtum ihres Repertoires und bieten ein Interlude mit Flöten, das die Sage um Aoife ganz der Gedankenwelt des Hörers entspringen lässt, um ihn dann wieder in den symphonischen Strudel des Sagen-Zyklus zu ziehen und mit „This is only the beginning of the story“ zu schließen.

„Fiannaíocht“ ist ein mitreißendes Konzeptalbum, das trotz des opulenten Inhalts nicht mit Erzählungen erschlägt, sondern die Geschichte abwechslungsreich und in instrumental passendem Gewand von schroffen Gitarren, sanfter Violine und Harfe, drückenden Bodhran und Drums zu beleben versteht. Wer die musikalische Verbindung von keltischem Folk und Black Metal mag, bekommt bei Celtachor auf jeden Fall Lust auf mehr.

Video

Tracklist

01 Sons Of Morna
02 King Of Tara
03 Tuiren
04 The Search For Sadbh
05 Caoilte
06 Great Ships Came From Over The Waves
07 The Battle On The Shore
08 Tears Of Aoife
09 Cauldron Of Plenty
10 Dubh, Dun Agus Liath

Details

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Label: Trollzorn
Vö-Termin: 20.04.2018
Spielzeit: 56:58

Copyright Cover: Trollzorn



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Maria
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