Review

Cannibal Corpse sind aus der Death Metal Szene nicht mehr wegzudenken. Umso besser für alle Fans der Band um George „Corpsegrinder“ Fisher, dass mit „Red Before Black“ ein neues, und das nunmehr 14. Studioalbum veröffentlicht wird.

Die Truppe ist wie gewohnt ordentlich brutal und ziemlich schnell unterwegs. Doch kann sie nach dem letzten Release „A Skeletal Domain“ und etlichen Jahren Band- und Death-Metal-Geschichte auch 2017 noch etwas reißen?
„Red Before Black“ zeigt zumindest schon nach dem ersten Hören, dass Fans mit dem Kauf der Platte nichts falsch machen werden. Geboten wird hier 100 % Cannibal Corpse.

Bereits der Opener „Only One Will Die“ tritt dem Hörer mit seinen fixen Skank Beats, coolen Riffs und einem fitten Coprsegrinder mächtig in den Hintern. Als Auftakt mehr als gelungen.

In „Code of the Slashers“ präsentieren sich Cannibal Corpse von einer sehr groovigen Seite. Den Spagat zwischen schnellem Death Metal und Kopfnicker-Metal schaffen sie also nach wie vor. Zudem gehen die Riffs des Songs gut ins Ohr.

Wer es etwas technischer und old schooliger mag, sollte in „Firestorm Vengeance“ reinhören. Der Song erinnert an die alten Kracher der Band.

In die gleiche Kerbe schlägt „Scavenger Consuming Death“, der mit genialem Bass-Intro und fetten Death-Riffs aufwarten kann. Hier stimmt wirklich alles. Es bleibt darüber hinaus sogar ziemlich melodisch, zumindest im Mainriff.

Ziemlich spannend klingt schließlich noch „Shedding My Human Skin“. Der Übergroover schlechthin beginnt mit einem dissonanten Gitarrenriff, insgesamt kommt die Gitarrenfraktion derbe saftig daher, einzig die Doubleblass klackert etwas komisch aus den Speakern und fällt negativ auf.

Abgesehen von den Drums (mal klingen manche Drumfills sehr laut und omnipräsent, mal wirkt das Schlagwerk super abgemischt; gerade unter Kopfhörern wird beides deutlich) ist der Sound im Allgemeinen fett und natürlich. Gleichzeitig klingt „Red Before Black“ stellenweise etwas überproduziert und zu satt. Es besteht daher die Gefahr, dass man vom gesamten Spektakel auf „Red Before Black“ schnell übersättigt ist.
Zusätzlich fehlt es dem Album – im Gegensatz zum Vorgänger „A Skeletal Domain“ – an Drive.

Cannibal Corpse (Copyright: Cannibal Corpse)

Verlass ist hingegen auf das Handwerk der einzelnen Musiker.
Alex Webster drückt seine Finger wieder massiv auf den 5-Saiter. Rob Barrett und Pat O’Brian lassen es hier und da etwas entspannter angehen, dennoch halten sie viele Ohrwurm-Riffs parat. Selbst Paul Mazurkiewicz gibt am Schlagzeug ordentlich Gas, wenngleich er auf „A Skeletal Domain“ etwas mehr Dampf abgelassen hat.

Kurzum: Cannibal Corpse-Fans müssen hier zugreifen, denn die Songs fügen sich perfekt in den Cannibal Corpse-Kosmos ein.

Video

Tracklist

01 Only One Will Die
02 Red Before Black
03 Code of the Slashers
04 Shedding My Human Skin
05 Remaimed
06 Firestorm Vengeance
07 Heads Shoveled Off
08 Corpus Delicti
09 Scavenger Consuming Death
10 In the Midst of Ruin
11 Destroyed Without a Trace
12 Hideous Ichor

Details

Cannibal Corpse – Homepage
Cannibal Corpse – Facebook
C annibal Corpse – Twitter

Label: Metal Blade Records
Vö-Termin: 03.11.2017
Spielzeit: 46:24

Copyright Cover: Metal Blade



Über den Autor

Marcus
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