Review

Als Epic Folk Metal bezeichnet die Band Caladmor ihre Musik, die es auch auf dem zweiten Werk des Quintetts, „Of Stones and Stars“ der Name, in Form von elf Songs zu hören gibt.

Bereits der Opener „Curse Of The Gods“ läutet den frohen Folk Metal Reigen ein, indem auf zweistimmigen Gesang (inklusive Growls), treibende Gitarren und ein schnelles Schlagwerk gesetzt wird.
Druckvoll stellen die hier agierenden Schweizer ihr handwerkliches Können unter Beweis, das den Höhepunkt in der gelungenen Melodieführung des Songs findet. Diese ist steten Wechseln unterworfen, sodass der Track von seinen Tempo- und Rhythmusvariationen lebt.

Ähnlich zeigt sich auch der Folgesong „The Curse“, nur dass hier der Metalanteil deutlicher hervorsticht. Waren es im Opener noch die Flöten, die zur musikalischen Untermalung herangezogen wurden, sind es nun dominante Growls und harsche Gitarrenriffs, die auffällig durch den Titel führen.
Kontrastreich dazu wirkt die weibliche Gesangsstimme, die phasenweise ebenfalls in härtere Passagen driftet, während sie auf „Of Stones and Stars“ ansonsten eher durch melodischen warmen Klargesang auffällt.

Allerdings ist diesbezüglich noch ein wenig Luft nach oben, denn gerade in den von Gitarren und Drums beherrschten Sequenzen, zu denen die male-Growls gar wunderbar passen, könnte die Stimme von Frontfrau Babs Brawand mehr kontrollierte Kraft und vor allem Ausdruck vertragen. „The Curse“ wird von ihr überwiegend schreiend vorgetragen, was zum Sound des Liedes zwar passt, denn wie erwähnt wird die metallische Seite der Band hier vorrangig betont, allerdings fehlt das Gefühl in der Stimme. Das kann auf Dauer ein bisschen nervig werden.
Anders sieht dies in den folkiger ausgerichteten Tracks aus. Dort präsentiert sie häufig einen melodiösen Singsang, der durchaus zum Sound der Band passt.

Caladmor (Copyright: Caladmor)

Caladmor (Copyright: Caladmor)

Insbesondere der Titeltrack zeigt darüber hinaus, dass der männliche Klargesang ruhig öfter zum Einsatz kommen darf, denn in Verbindung mit den weiblichen Vocals brilliert gerade die dunkle, tiefe und ebenfalls warme Gesangsstimme.
Obschon auch die Growls verständlich und gut ausgefallen sind, punktet der Klargesang einfach mehr.

Allen Songs gemein ist eine Melodiestärke, die das diesbezügliche Potenzial der Band widerspiegelt, was es weiterhin zu feilen gilt.
Auch die Produktion kann sich durchaus hören lassen. Das etwas blecherne Schlagzeug ist zu verschmerzen und als beabsichtigt zur Kenntnis genommen.

Vergeblich sucht man allerdings die Epik vom versprochenen Epic Folk Metal auf „Of Stones and Stars“. Trotz kraftvollem Sound fallen die Soundarrangements weniger opulent aus als erwartet. Sicherlich trifft man auf Abwechslung (darunter auch schon mal Polka-Anleihen à la Alestorm wie in „Taberna Trollis“ zu hören), Tempowechsel und insgesamt solide Songentwicklungen, der letzte Pepp in Sachen Bombast fehlt jedoch noch. Es braucht somit unbedingt mehr Songs von der Sorte „Helios Sky“, das durch seinen Kanon-artigen Charakter trotz der Kürze sehr intensiv ausfällt.

Namhafte Genrekollegen hinderte das allerdings nicht, bei „Of Stones and Stars“ mitzuwirken, sodass Chrigel Glanzmann von Eluveitie sowie Joel Gilardini von u.a. The Land Of The Snow einigen Songs ihr Können beisteuerten.

An die Größen des Genres kann Caladmor dadurch zwar noch nicht ganz heranreichen, gehen sie ihren Weg jedoch auf die Art weiter, wie auf „Of Stones and Stars“ zu hören, schließen sie recht schnell zur oberen Riege des Folk Metal auf.

Video

Ttacklist

01 Curse Of The Gods
02 The Raid
03 Of Stones And Stars
04 Dawn Of The Deceiver
05 Alvíssmál
06 Laudine`s Lament
07 Mimirs Born
08 Herolds Of Doom
09 A Nymph`s Lure
10 Taberna Trollis
11 Helios Sky

Details

Caladmor – Homepage
Caladmor – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 30.08.2013
Spielzeit: 51:13 Minuten

Copyright Cover: Caladmor



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde