Review

Zusammen mit dem Album „378“ geht es auch auf „24615“ mit dem musikalischen Wahnsinn weiter, den sich die französische Band Ça ausgedacht hat. Mehr wirre Riffs und Rhythmen, aber auch mehr Struktur gibt es vom Mathcore-Gespann, bei dem erneut natürlich auch der obligatorische Jazz und die leicht exotischen Ausschweifungen des Sounds nicht fehlen dürfen.

Im direkten Vergleich zur Veröffentlichung „378“ wurden die Songs auf „24615“ weiter ausgearbeitet, sodass alles weniger konzipiert wirkt. Vor allem scheinen die Jungs ihrer energetischen Seite mehr Feuer und Groove verpasst zu haben. Das Ganze lässt sich viel flüssiger hören und man begegnet hier so einigen akustischen Highlights.

Bevor wir uns dem aggressiveren Charakter der Platte widmen, sollte man auf jeden Fall erst die ruhigeren Facetten betrachten, die überwiegend natürlich mit Jazz verziert wurden; immer noch ein wenig verrückt, aber die Passagen wirken viel weniger als Füller. Stellenweise kann man hier schon vergessen, dass Ça eigentlich noch extremere Musik machen.

Griffige Riffs gibt es auch in dem Song „1“. Hier kommt der Groove zum Tragen, während man sich mit einer fast schon tanzbaren Attitüde durch den Song rollt. Besonders die verschiedenen Klangmuster der Instrumente, die zwischendurch auf diesem Titel auftauchen, bringen eine Menge Substanz mit sich.

Es ist zwar immer noch kein Durchbruch in Sicht, aber Ça holen aus dem, was sie den Hörern hier anbieten, alles heraus. Dabei klingt mancher Part leider immer wieder mal sehr dünn, wodurch es deutlich an der Kraft fehlt, die hier dringend benötigt wird. So schwankt man in den Songs zwischen komplett authentischem Chaos und harmlosen Ansätzen hin und her.

Ça (Copyright: Ça)

Ça (Copyright: Ça)

Beschränkt man sich jedoch auf den experimentellen Teil von „24615“, wird man garantiert nicht enttäuscht. Ça bieten diesbezüglich eine Menge, angefangen von der Gestaltung der gesamten Platte bis hin zur wieder einmal einwandfreien musikalischen Umsetzung.

Also definitiv eine Steigerung, die die Band innerhalb einer Platte vollzogen hat. Schmälert das den Wert von „378“? Nicht unbedingt, zumal „378“ klasse Momente hatte. Aber „24615“ kann dann doch auf längere Zeit gesehen überzeugen. Das Album ist praktisch die perfekte Ergänzung und für Liebhaber von unstrukturierten, aber dennoch kreativen Umsetzungen eine Empfehlung. Grenzen sind nun mal da, um ausgereizt zu werden.

Video

Trackliste

01 2
02 4
03 6
04 1
05 5

Details

Ça – Facebook

Label: Atypeek Music / Vox Project
Vö-Termin: 00.04.2016
Spielzeit: 28:48

Copright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher