Review

Ein Arch Enemy-Verschnitt aus Portugal gefällig? Dann ist die Band Burn Damage die richtige Wahl. Sie machen zwar schon lange Musik zusammen, doch erst 2017 kommt es zum Release der ersten richtigen LP. „Age Of Vultures“ heißt das Machwerk, welches durch Dynamik und Groove Metal überzeugen soll.

Groovig wird es auf „Age Of Vultures“ definitiv. Der Song „Four Little Pigs“ zeigt ganz gut, welchen Stil sich die Jungs rund um Front-Schreihals Ines auferlegt haben: irgendwo zwischen Suffocation und Revocation, aber immerhin mit eigenem Charakter.

Soundtechnisch klingt „Age Of Vultures“ aber leider nach einer Vorproduktion mit etwas Druck dahinter. Zudem machen dem Hörer die Übergänge schwer zu schaffen. So wird beispielsweise knallhart ein Track unterbrochen, um mit einem anderen Riff weiterzumachen; das sorgt im sonst so guten Groove Metal für Verwirrung und reißt den Hörer aus dem Titel heraus, sodass jener am liebsten umgehend skippen möchte.

Nichtsdestotrotz haben Burn Damage auch ihre guten Momente.
Frontfrau Ines bringt sehr viel Dynamik in die Tracks. Dabei fehlt ihr zwar ab und an etwas Luft, aber darüber kann man hinweg sehen, denn immerhin bringt sie erstklassige Growls aufs Tablett.
Die Thrash Riffs können ebenfalls sehr gut überzeugen, wenn sie sich auch relativ oft wiederholen und man allgemein die Tracks ziemlich einfach aufbaut. Gerne findet sich dazwischen auch mal ein Punkpart wie in „Seventh Seal“ wieder.

Burn Damage (Copyright: Burn Damage)

Besagter Titel „Four Little Pigs“ könnte hingegen als schnelle Death-Nummer mit vielen Thrash-Passagen und einem ordentlichen Schlagzeugspiel stellvertretend für die ganze Platte stehen. Die im Mittelteil laufenden groovigen Slam Metal-Parts sind eher die Seltenheit und könnten etwas öfter auf der Tanzfläche erscheinen. Ein wenig fühlt man sich dabei an Hackneyed aus deutschen Landen erinnert.

In „Refugee“ verirrt sich sogar ein Solopart, der absolut begeistern kann. Stimmig und nicht übertrieben bildet aber auch dies eine Ausnahme auf „Age Of Vultures“. Burn Damage schwimmen somit stetig zwischen „ganz interessant“ und „just another Kellerband“.

So richtig empfehlen will man die Band daher keinem, denn „Age Of Vultures“ ist zwar solide, enthält jedoch kein Alleinstellungsmerkmal. Selbst der Gesang wurde bereits anderweitig in ähnlicher Form des Öfteren gehört. Für die Band wird es daher schwer, sich Gehör zu verschaffen. Es sei ihnen zu wünschen, dass sie sich mit jeder weiteren Veröffentlichung noch steigern können.

Video

Trackliste

01 Age Of Vultures
02 My Own Game
03 Seventh Seal
04 Four Little Pigs
05 Refugee
06 Slaughterhouse Of Cowards
07 Acid Rain
08 Beyond Good And Evil

Details

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Label: Raging Planet Records
Vö-Termin: 17.01.2017
Spielzeit: 51:01

Copyright Cover: Raging Planet Records



Über den Autor

Marcus
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