Review

In Englands Hardcore-Szene sind Brutality Will Prevail schon lange keine No-Names mehr. Mit dem fünften Album „In Dark Places“ wollen es die Jungs dieses Jahr noch einmal wissen.

Wie schon der Titel und die aktuellen Song-Veröffentlichungen verlauten ließen, geht es der Band nicht nur darum – wie üblich – im Hardcore unterwegs zu sein, die Platte klingt dazu noch um einiges düsterer.
Zurückzuführen ist dies auf den im Sound stets präsenten Sludge, aber sicherlich kann man „In Dark Places“ auch einen gewissen Einfluss des Black Metal nicht absprechen.
Diese Kombination funktioniert besonders dann sehr gut, wenn es in die Beatdown-Passagen geht, denn erst dann wirken die Songs so richtig schwer und die Drums hämmern dem Hörer die Hirnwindungen weich.

Oft ist der einfachste Weg zudem der effektivste – und so stampfen Brutality Will Prevail mit ihren Riffs alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt.
Dennoch bedeutet „einfach“ nicht gleich auch „innovativ“. Eine neue Definition des Genres sollte man daher nicht erwarten, zumal die Band viel Bekanntes aus ihrem Nähkästchen holt. Das verlangsamte Tempo bringt somit manchmal auch eine gewisse Stagnation mit sich.

Gleiches gilt für den einen oder anderen Übergang, der häufig nicht so ganz gelingt, wie man es sich vielleicht im gesamten Konzept eines Titels vorgestellt hätte.

Nichtsdestotrotz stechen Brutality Will Prevail immer wieder mit Parts hervor, die dem Hörer richtig Laune auf ihre Musik machen; sei es nun durch ein griffiges Riff oder die Hardcore-Passagen, in denen die Truppe ihre musikalischen Muskeln in Form von energetischen Rhythmusmustern, selbst im Beatdown, unter Beweis stellt.

Gleichermaßen kann man sagen, dass die beklemmende Atmosphäre und die Idee einer viel finsteren Version des Hardcores im Großen und Ganzen gut gelungen sind.

Brutality Will Prevail (Copyright: Brutality Will Prevail)

Zwar gibt es neben dem sehr bodenständigen Gebrüll auch etwas Gesang, Brutality Will Prevail setzen allerdings nie den gesamten Fokus darauf, sodass es im weiteren Kontext nicht stört.
Vielmehr ist es sehr angenehm zu hören, wie gut die einzelnen Elemente in den Sound eingebunden wurden, die normalerweise so nicht funktionieren würden.

Fans dürfen sich also wieder auf eine Menge Futter für den Pit freuen und Neuzugängen wird vielleicht die etwas andere Herangehensweise an das Genre gefallen.
Definitiv ein Album, das seine Hörer bei Laune hält und ihnen im gleichen Zug viel Substanz bietet.

Video

Trackliste

01 Serpent
02 Perpetual Lows
03 Heretic
04 Penitence
05 Nybbas
06 Forever Restless
07 Death Sings Me To Sleep
08 Into The Gloom
09 Elegy

Details

Brutality Will Prevail – Facebook

Label: Holy Roar Records
Vö-Termin: 24.03.2017
Spielzeit: 35:15

Copyright Cover: Holy Roar Records



Über den Autor

Christopher