Review

Hinter dem Namen Brothers of Metal verbirgt sich nicht die Gewerkschaft der Metallarbeiter, sondern – seit neuestem – eine 8-köpfige Combo aus Schweden, die mit „Prophecy Of Ragnarök“ ihr Debütalbum auf die Metal-Gemeinde loslässt.

Zwischen Melodic Power Metal, True Metal und Pagan Metal

Die ersten Songs offenbaren schnell das musikalische Buffet, an dem sich die Brothers of Metal die nächsten knapp 52 Minuten laben und es sich gut gehen lassen: viel Melodic Power Metal, eine ordentliche Schippe True Metal, alles garniert mit einer Portion Pagan Metal, das sich dann auch im Aussehen und Auftreten der Band widerspiegelt.

Der Opener „The Death Of The God Of Light“ und der Titeltrack „Prophecy Of Ragnarök“ sind astreine Vertreter der erstgenannten schnellen und kraftvollen Spielart. Flotte Leadgitarren sowie Melodiestärke und Eingängigkeit inklusive.

Die Hörer merken zudem alsbald, dass sich unter die „Brüder“ auch eine holde Weiblichkeit geschlichen hat. Ylva Eriksson teilt sich nämlich den Gesang mit Joakim Lindbäck Eriksson. Und beide harmonieren mit ihren unterschiedlichen Gesangsstimmen dabei hervorragend. Mats Nilsson komplettiert in einigen Songs als Erzähler den stimmlichen Dreiklang.

Mit „Son Of Odin“ gibt es dann Kost für die True Metal-Gourmets. Ein stark rhythmusorientierter, düsterer Track, der mit viel Atmosphäre aufwartet und mit einem akustischen Zwischenpart überrascht.

Diejenigen Hörer, die es etwas archaischer mögen, werden sicherlich mit „Defenders Of Valhalla“ oder „The Mead Song“ auf ihre Kosten kommen.

Anleihen an bekannte Genre-Vertreter

Brothers of Metal kredenzen auf „Prophecy Of Ragnarök“ einen durchaus angenehmen Hörgenuss unter Verwendung vieler bekannter Zutaten. Anleihen an bekannte Genre-Vertreter sind dabei nicht von der Hand zu weisen und sicherlich durchaus gewollt. „Son Of Odin“ könnte derart auch bei Fans von Majesty und Co. Zuspruch finden, während „Defenders Of Valhalla“ und „We Believe In Metal“ im Refrain von einer fast schon ansteckenden Fröhlichkeit sind, die an Freedom Call zu deren besten Zeiten erinnert. Und ein „Siblings Of Metal“ würde auch die Freunde von Gloryhammer zu ausgelassenem Headbangen animieren.

Zeit für eine Ballade

Neben den vielen schnelleren Songs fand mit „Yggdrasil“ auch eine Ballade ihren Platz auf dem Album. Bei ihr steht der gelungene, bombastische Refrain leider im Gegensatz zu dem relativ emotionslosen Strophengesang. Durch eine leisere Note an dieser Stelle hätte der Song viel gewonnen.

Weitere Pros und Contras

„Prophecy Of Ragnarök“ lässt insgesamt im weiteren Verlauf leider etwas nach. Hier folgen die Songs doch zu sehr den bekannten, zuvor gehörten Mustern. Zwar stets melodiestark, bleiben doch Überraschungen innerhalb der Tracks aus.

Brothers of Metal (Copyright: George Grigoriadis)

Auch textlich zeigt man sich nicht allzu anspruchsvoll. Der Albumname ist zwar Programm, doch werden dem Hörer arg viele genretypische Keywords und Phrasen während der 52 Minuten um die Ohren gehauen.

Gerne erfreut man sich hingegen an den sinfonischen Keyboard-Arrangements (wenn man denn auf solche steht), die den meisten Songs zusätzliche Gefälligkeit verleihen. Bombastische Momente findet man beispielsweise in „Gods Of War“ und am Beginn von „Fire, Blood And Steel“.

Fazit

„Prophecy Of Ragnarök“ ist im Großen und Ganzen somit eine – im wahrsten Sinn des Wortes – runde Sache geworden. Der gefällige Mix aus mehreren Metal-Genres überzeugt. Das Album kommt musikalisch unbeschwert, nahezu fröhlich daher und verleitet umgehend zum Mitsingen und Abfeiern.

Alle, die sich auch gerne mal an Metal ohne tiefgründige Ernsthaftigkeit erfreuen – und natürlich alle Fans zuvor genannter Bands –, dürfen bei den Brothers of Metal bedenkenlos zugreifen.

Video

Tracklist

01 Death Of The God Of Light
02 Son Of Odin
03 Prophecy Of Ragnarök
04 Defenders Of Valhalla
05 Concerning Norns
06 Yggdrasil
07 Tyr
08 Siblings Of Metal
09 Gods Of War
10 Freya
11 The Mead Song
12 Sleipnir
13 Fire Blood And Steel
14 We Believe In Metal

Details

Brothers of Metal – Facebook

Label: AFM Records
Vö-Termin: 16.11.2018
Spielzeit: 51:29

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde