Review

Wer mal wieder Lust auf ein Album hat, das so richtig mit modernem Metal um sich schlägt, der darf sich freuen, denn Borderwars bringen mit ihrer aktuellen Platte „The Present Day“ alles mit, was der Kopfschüttler von heute so braucht.

Wenn eine Sache durch die musikalischen Adern der Jungs aus San Francisco fließt, dann ist es der Groove. Besonders Lamb Of God Anhänger werden ihre Freude an dem dynamischen Riffing und den sprunghaften Rhythmen haben. Hinter allem steht eine saubere Produktion, welche dann noch den Rest an Kraft dazugibt.

Gelangt man zum vierten Titel, gibt es auch bereits die erste Überraschung auf „The Present Day“: Ein Sample mit wildem, traditionellem Kampfgeschrei leitet „Haunted Steps (Tengata Whenua)“ ein. Die Doublebass walzt sich ihren Weg durch die Verse, während der Refrain deutlich melodischer ausfällt. Der gesamte Song geht gute fünf Minuten und vereint mehrere Stile in sich, inklusive eines akustischen Parts gegen Ende.

Wenngleich Borderwars solche akustischen Passagen oft in ihren Sound einbauen, muss man ihnen anrechnen, dass sie dabei nicht nur apathisches Fingerpicking vorweisen können. Vielmehr gestalten sich diese Abschnitte äußerst abwechslungsreich – wie auf „Control“ zu hören ist, der zudem noch ein wenig südländisches Flair versprüht. Im gleichen Zuge schaltet die Band dann im weiteren Verlauf auf eine Menge Death Metal Einfluss um.

Es gibt jedoch ein paar Kleinigkeiten, die das Hörvergnügen auf „The Present Day“ immer mal wieder stören. Bei „Built“ wurden zum Beispiel in der Hook die Gesangs- und die Gebrüllspur übereinandergelegt. An sich ein gebräuchliches Stilmittel, aber nicht, wenn der Gesang ohnehin schon sehr tief ausfällt und das Gegröle eigentlich zu viel Tiefe in das Ganze bringt.

Borderwars (Copyright: Borderwars)

Borderwars (Copyright: Borderwars)

Außerdem recyceln Borderwars auch gerne mal die eine oder andere Passage. Somit gibt es da Songs, die sich aus dem Genre wirklich abheben und andere, in denen jegliche Klischees bedient werden, die einen Teil der Platte stets vorhersehbar erscheinen lassen. Nach der x-ten Chug-Chug-Passage mit 120 km/h kann man mit einem sehr schweren „Downfall“ schon mal wieder aufatmen.

Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Jungs bis auf die Knochen aus Metal bestehen und es ihre einzige Intention ist, den Hörer mit ebenjenem zu erfreuen – was zu einem großen Teil vollkommen gelingt, denn „The Present Day“ verpackt diese generischen Ansätze mit kreativen Einflüssen aus Borderwars eigenen Reihen.

Daher kann man schlecht sagen, dass es sich hier nur um ein weiteres Metal-Album handelt. „The Present Day“ bringt die Energie, das Niveau und die Catchiness mit, die von so vielen Headbangern gefordert wird.

Video

Trackliste

01 Peaceless
02 Built
03 The Present Day
04 Haunted Steps (Tengata Whenua)
05 Downfall
06 Darkness Falls
07 Control
08 Children of the Hollow
09 The more … The less
10 Year after year

Details

Borderwars – Homepage
Borderwars – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 23.11.2015
Spielzeit: 46:42

Copyright Cover: Borderwars



Über den Autor

Christopher