Review

Blue Sky Theory kommen aus Bremen und haben ihr Debütalbum „Cassandra“ im Gepäck, mit dem sie ihren Hörerkreis nun überregional erweitern wollen. Unter der Genrebezeichnung Alternative Metal präsentiert das Quintett neun Songs, die abwechslungsreich und vielseitig aus den Boxen preschen und durch sporadische balladeske Momente auch mal die ruhige Seite der Band zum Vorschein bringen.

Der moderne Sound lädt bereits nach dem ersten Durchgang zum mehrmaligen Hören ein – und das sollten Hörer dieser Stilrichtung auch dringend tun, denn Ermüdungserscheinungen kennt „Cassandra“ nicht, stattdessen wissen Blue Sky Theory mit jedem Konsum mehr zu überzeugen.

Dies liegt vor allem an der melodischen Ausrichtung ihrer Tracks. Obwohl die fünf Jungs vereinzelt sogar progressive Strukturen in die Titel einflechten, wirken die Songs stets auf den Punkt gespielt.
Von einigen Songenden kann man dies allerdings nicht behaupten, denn häufig fallen jene sehr abrupt aus und wirken dadurch unvollständig. Bereits der Opener „The Covenant“ ist ein Beispiel dafür, dass durch den abschließenden, aber sich scheinbar steigernden Drumpart noch etwas hätte erwartet werden können, was letztlich nicht folgt. Das Ende des Tracks hätte damit runder ausfallen können. Einen in sich stimmigen Übergang zum nächsten Titel „Built It Up / Tear It Down“ schafft man dennoch, denn mit prägnantem Drumming steigt man in den Folgesong ein.

Immer wieder betonen akzentuiertes Riffing und die Schlagzeugarbeit die Härte der Blue Sky theoretischen Musik. Jene wird auch gesanglich auf vielseitige Weise an die Hörer transportiert und bleibt durch aussagekräftige Intonationen nicht theoretisch, sondern zeitweise sogar sehr emotional. Ob Screams, Shouts, Gangshouts im Background oder melodisch-warmer Klargesang – auch auf dieser Ebene brilliert der Abwechslungsreichtum von Blue Sky Theory.

Abwechslung bringen außerdem die Balladen auf „Cassandra“ mit sich, allerdings versieht man sie – und auch einige sehr metallastige Stücke – mit einer gewissen Pop-Note, die dann manche Songparts durch fehlende Highlights ins Beliebige abdriften lassen. Diesbezüglich könnte die Band ihre eigene Handschrift noch mehr zum Ausdruck bringen, denn an guten und kreativen Ideen mangelt es Blue Sky Theory nicht. Daher unbedingt mehr davon!

Blue Sky Theory (Copyright: Blue Sky Theory)

Blue Sky Theory (Copyright: Blue Sky Theory)

In Summe korrigieren wir einen zunächst „großartigen“ Eindruck hin zum „epischen“, denn trotz genannter Kritik besitzt „Cassandra“ einen hohen Wiederspielwert, zündet durch sitzende Hooks und kann (in Anbetracht der Tatsache, dass Blue Sky Theory vermutlich nicht mit allzu hohem Budget das Album auf den Markt gebracht haben) auch qualitativ sehr gut überzeugen.

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist mit „Cassandra“ somit gemacht und die Messlatte für weitere Veröffentlichungen schon sehr hoch angelegt; man darf also gespannt sein, was die Bremer in Zukunft noch von sich hören lassen.

Teaser

Tracklist

01 The Covenant
02 Build It Up / Tear It Down
03 Ignorance Is Bliss
04 It All Ends The Same
05 This Day
06 Cassandra
07 I Can’t Forget
08 Nil
09 End Of The Road

Details

Blue Sky Theory – Homepage
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Label: Rockdom Records
Vö-Termin: 17.04.2016
Spielzeit: 38:23

Copyright Cover: Rockdom Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde