Review

Der klassische Schweden Death war und ist nach wie vor interessant für junge und alte Bands. So hat sich auch die Truppe Blood of Seklusion aus Italien diesem Stil verschrieben, die das Ganze mit viel Schnelligkeit und einem Hauch Punk-Attitüde à la Nails und Code Orange versieht. Das Ergebnis gibt es nun auf dem Album „Servants of Chaos“ zu hören.

„The Desert of Lost Souls“ beginnt ruhig und mit Sounds, die wie ein Zug auf Schienen klingen. Kurz darauf wird es schwedisch, denn die Gitarren fräsen und das Drum ist schön saftig und rotzig.
Blood of Seklusion lassen sich im Intro Zeit, was aber nicht für die gesamte Platte gilt. Der erste Track bleibt jedoch eher ein langsamer Groover mit vielen Pausen, wodurch er die Hörer zum Durchhalten auffordert.

Hat man das geschafft, wird es so richtig gut. „Theatre of Madness“ oder „Willie Pete“ sind richtige Brecher und strapazieren dank Skankbeat und fieser Riffs die Nackenmuskulatur. Alberto Dettori und Marcello Malagoli machen gesanglich eine richtig gute Figur; man fühlt sich diesbezüglich stark an Earth Rot erinnert, die einen ähnlichen Stil fahren. Obendrein gibt es sogar noch Soli, die hier wunderbar passen und nicht nur ein blankes Runtergespiele darstellen.

Dabei bleibt der Mix stets roh und dennoch differenziert. Selbst in blastigen Brutalo-Parts wirken die Songs durchsichtig und nachvollziehbar. Die Riffs wechseln sich größtenteils zwischen Groovern und gefrickelten Death Metal-Parts ab. Das klingt anfangs gut, bleibt jedoch auf Albumlänge zu  beständig, sodass sich die Songs dadurch zu wiederholen scheinen.

Blood of Seklusion (Copyright: Blood of Seklusion)

Klingt nach einem Nachteil von „Servants of Chaos“; ist es auch, doch vor allem das Drumming wertet die immer gleich bleibenden Riffstrukturen deutlich auf. Allein durch die Schlagzeugarbeit von Marcello Malagoli, der hier permanent Muskeln zeigt und seine Kessel zwischen Blasts und langsamen Brechern richtig gut beherrscht, macht das Album somit Laune.

Zudem kann man Blood of Seklusion und ihrem Album „Servants of Chaos“ eines nicht vorwerfen: Trägheit. Sie transportieren immens viel Energie.

Also ist die Platte nun gut? Ja, das ist sie, wenn wir nicht immer wieder die gleichen Riffabfolgen hören würden. Das ist aber der einzige Wermutstropfen; ansonsten kann man Death Metal Fans diese Scheibe uneingeschränkt empfehlen.

Video

Trackliste

01 The Desert Of Lost Souls
02 Theatre Of Madness
03 Unconventional Warfare
04 Willie Pete
05 Servants Of Chaos
06 First Blood
07 Lands Of Desecration
08 The Sun Shines No More
09 King Of Serpents
10. Amen

Details

Blood of Seklusion – Facebook

Label: FDA Records / Soulfood
Vö-Termin: 11.08.2017
Spielzeit: 40:29

Copyright Cover: FDA Records



Über den Autor

Marcus
Marcus