Review

Düstere Atmosphäre und musikalische Extreme gehen auf „Obelisk“ Hand in Hand. Die amerikanische Band Black Table beweist, dass aus den Grundpfeilern des Black Metal eine Menge herauszuholen ist.

Bemerkenswert ist dabei weniger die klassische Aggressivität, mit der die Truppe in altbekannter Manier über die schmetternden Drums rollt, sondern wie in so gut wie jedem Song Schlag auf Schlag neue Melodien an den Start gebracht werden, die obendrein auch noch äußerst zugänglich sind.

Maschinengewehrartige Tremolos und Blastbeats erwarten den Hörer bereits zu Beginn von „Obtuse“. Tatsächlich scheint es niemals enden zu wollen, bis der letzte Schlag auf der Snare verhallt ist. Danach schwenkt der Titel in eine akustische Richtung. Nun mag man meinen, dass dies sicherlich nichts Neues ist, allerdings haben sich Black Table bei diesen Passagen immer etwas gedacht.

Des Weiteren taucht diese rein melodische Note nicht bei jedem der acht Songs auf. Doch man darf erwarten, dass es danach noch furioser vonstattengeht. Dabei arbeiten Black Table immer zu einem vermeintlichen Höhepunkt hin. Dadurch, dass der Sound aber regelmäßig umschwenkt, scheint nie ein Ende in Sicht zu sein, und die Stimmung auf „Obelisk“ wird merklich drückender.

Zwischen Schlagzeug, Gitarren und Bass ertönt Geschrei, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt; besonders dann, wenn die Stimme scheinbar zu übersteuern scheint und ein dämonisches Organ die Texte zum Besten gibt. Dies bestärkt nur noch mehr das Surreale, das diese Platte im Großen und Ganzen ausstrahlt. Auf „Shadow“ erlangen die Vocals einen ungestörten Solo-Auftritt, welcher im Kontext des Titels wirklich beeindruckend auf den Hörer wirkt.

Black Table (Copyright: Black Table)

Black Table (Copyright: Black Table)

Grundsätzlich kann man sagen, dass „Obelisk“ eine willkommene Abwechslung ist – besonders für diejenigen, die auf zugänglicheren Black Metal mit eigenen Variationen zurückgreifen; wohl vor allem durch die Mischung aus klassischen und modernen Elementen, die wahlweise Epik oder einfach nur Groove zutage fördern.

Gegen Ende gibt es dann ein paar Passagen, die sich etwas gleichen, aber dafür ist der vorletzte Song „Homo Eragster“ ein absolutes Brett – mit verschiedenen Wechseln im Tempo und sehr zerreißendem Riffing.

Anstatt „Obelisk“ mit einem Knall zu beenden, belassen es Black Table in „Closing“ bei horrorartigen Geräuschsamples. Und nichts hätte ein Album, das so gut wie allen Ansprüchen gerecht wird, besser beenden können.

Mit „Obelisk“ haben Black Table ein deutliches Zeichen gesetzt.

Video

Trackliste

01 Equilateral
02 Obtuse
03 Helm
04 Shadow
05 Gargantua
06 Cromagnon
07 Homo Ergaster
08 Closing

Details

Black Table – Facebook

Label: Moment Of Collapse Records
Vö-Termin: 14.10.2016
Spielzeit: 43:01

Copyright Cover: Moment Of Collapse Records



Über den Autor

Christopher