Review

Nach ihrem Debütalbum „Songs of Love and Death“ 2015 ging es turbulent bei Beyond The Black zu. Erfolgreiche, ausgiebige Tourneen, ein Nachfolgealbum namens „Lost in Forever“ und schließlich ein in den Medien heiß diskutierter Line-up-Wechsel steuerten zur Bandgeschichte bei. Nun begibt sich die Band um Sängerin Jennifer Haben in das „Heart Of The Hurricane“ und präsentiert damit ihr neues Album.

Jennifer Haben ist dann auch der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Songs auf „Heart Of The Hurricane“. Stets präsent und ausnahmslos überzeugend weiß ihre angenehm klingende Stimme in allen Tonlagen zu gefallen.

Und sie hat viel zu tun, denn satte 15 Tracks veröffentlichen Beyond The Black auf ihrem neuen Release.
Sehr viele Songs also, doch nicht alle können überzeugen respektive begeistern. Eventuell wäre hier weniger mehr und eine fokussiertere Songauswahl sinnvoller gewesen.

Während die Metal-lastigen Titel (wie u.a. der Opener „Hysteria“, „Beneath A Blackened Sky“, „Fairytale Of Doom“ oder „Echo From The Past“) punkten, stößt man im Albumverlauf auf zu viele ruhige, balladeskere Songs, die nicht selten dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeit der Hörer parallel zur Temporücknahme verloren geht. Vernimmt man beispielsweise einen Song wie „Breeze“, wird man sich alsbald fragen, was die – zugegeben nicht schlechte, gleichsam aber auch ein wenig weihnachtlich anmutende – (Klavier-)Ballade mit Metal überhaupt noch zu tun hat.

Davon abgesehen fallen – mit Ausnahme des eher ruppigen, mit Backing-Growls daherkommenden und im Refrain nicht sehr angenehm, fast schon nervig klingenden Titels „Freedom“ – alle Songs auf „Heart Of The Hurricane“ sehr eingängig, leider aber zugleich auch teilweise zu simpel und oftmals poppig aus. Es scheint, als haben Beyond The Black ihr Augenmerk auf eine gewisse „Stadiontauglichkeit“ gelegt und laufen damit Gefahr, dass einige Songs zu belanglos erscheinen.

Daran ändert auch die kraftvolle klare Produktion nichts. Diese wiederum setzt nicht nur Ohrwürmer wie die ersten beiden Singleauskopplungen („Heart Of The Hurricane“ und „Million Lightyears“) gut und druckvoll in Szene.
Prompt gehen diese Titel ins Ohr, weisen darüber hinaus aber wenig bis keine nennenswerten Highlights, geschweige denn Ecken und Kanten auf. Für Abwechslung sorgt immerhin die Male-Voice in „Million Lightyears“.

Beyond The Black (Copyright: Stefan Heilemann / Heilemania)

Um Abwechslung sind Beyond The Black insgesamt auf „Heart Of The Hurricane“ bemüht. So bringen z.B. Male-Shouts dem Song „My God Is Dead“ mehr Härte ein, während epische sinfonische Arrangements mit opulentem Chor im Hintergrund den Symphonic Metal Charakter der Band unterstreichen.

Im Vergleich dazu schneidet „Song For The Godless“ eher schlecht ab. Live für Interaktionen mit dem Publikum geeignet, wirkt der Track, dem ein Medieval-Touch verpasst wurde, eher langweilig und auch textlich („Singing oh-oh-oh“) uninspiriert.

Die hier gezeigte Quantität bietet letztlich Anlass, Kritik an der Qualität zu üben. Beyond The Black schicken ihre Hörer somit durch ein Auf und Ab an guten und semi-gelungenen Tracks und schwanken zwischen Ohrwurmpotenzial und Einfallslosigkeit. Immerhin sollte inmitten dieses Spektrums einiges an Material dabei sein, das sich der geneigte Fan der Band auf seine Playlist packen kann.

Video

Tracklist

01 Hysteria
02 Heart Of The Hurricane
03 Through The Mirror
04 Million Lightyears
05 Song For The Godless
06 Escape From The Earth
07 Beneath A Blackened Sky
08 Fairytale Of Doom
09 My God Is Dead
10 Dear Death
11 Scream For Me
12 Freedom
13 Breeze
14 Echo From The Past
15 Parade

Details

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Label: Napalm Records / Airforce1 Records
Vö-Termin: 31.08.2018
Spielzeit: 64:48

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde