Review

Mit dem Groove Metal-Gewitter namens „Entertain Your Force Of Habit“ rollt die israelische Band Betzefer nach einem Besetzungswechsel am Mikro nun erneut über hiesige Hörer hinweg. Neu bei Metalville unter Vertrag erscheint damit das inzwischen vierte Studioalbum.

Groove Metal der harten Gangart

Die darauf zu findenden zehn Songs zeugen von einer harten Spielweise des Genres.
Leider, muss man jedoch sagen, denn oftmals verliert die Band den Groove zugunsten der wuchtigen, aggressiven Metal-Anteile aus den Augen. Die wütend-brachiale Ausrichtung, die sich auch im (gutturalen) Gesang zu erkennen gibt, verhindert somit letztlich einen Abwechslungsreichtum des Albums. Auf der Gesamtlänge von „Entertain Your Force Of Habit“ fallen daher Gesang und Songs zu ähnlich aus. Stimmungswechsel, Höhepunkte oder Überraschungen – Fehlanzeige.

Zu rar sind auch die melodischen, wirklich groovenden Parts gesät, sodass am Ende beim Hörer nur monotone und vor allem aggressive Härte ankommt. Diese manifestiert sich des Öfteren in einem Hau-Drauf-Gedresche, anstatt dass Betzefer Raffinesse bieten und damit in den Songs hörenswerte Highlights setzen.
Die Songs würden definitiv mehr gewinnen (und an Monotonie verlieren), wenn u.a. die Rhythmik der Gitarren öfter variiert werden würde.

Und auch am bereits erwähnten Gesang ließe sich einiges schrauben. Ohne erkennbare Bandbreite trägt dieser allen voran dazu bei, dass sich die Songs kaum voneinander unterscheiden.

Immerhin: Der Sound wird der gebotenen Wucht durchaus gerecht.

Lichtblicke

Davon abgesehen lassen Songs wie „Light Away“ partiell aber doch Gutes hoffen. Hier führen vielversprechende Gitarren im Stile von Arch Enemy in den Track, während sich die Melodie dann aber ebenso schnell verflüchtigt wie der Anreiz, den Titel mehrmals hören zu wollen.

Betzefer (Copyright: Betzefer)

Auch „Truck Leaking Gasoline“ hebt sich kurzzeitig – erstmals gesanglich – positiv vom restlichen Albumgeschehen ab, ohne jedoch die damit einhergehende Abwechslung in aller Konsequenz anschließend weiterzuverfolgen.

Nachdem zusätzlich ein phasenweise (und insbesondere im Refrain) an Rage erinnerndes Stück wie „Last Song In The World“ das Album beendet und nochmals gute Ansätze erkennen lässt, kann man „Entertain Your Force Of Habit“ zwar eine bessere zweite Albumhälfte bescheinigen, nichtsdestotrotz sind von derlei Titeln zu wenig vorhanden.

Fazit

Für Groove Metal Fans machen Betzefer hier einiges richtig. Dennoch bleibt viel Luft nach oben.

Video

Tracklist

01 One Way To No Way
02 Dead Lines
03 Ain’t No Party Till You Hurt Somebody
04 Never Been
05 Crash
06 Light Away
07 Truck Leaking Gasoline
08 Dying Man
09 Hand In Hand To Hell
10 Last Song In The World

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 21.09.2018
Spielzeit: 37:06

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde