Review

Eric Fish und Johanna Krins bilden – gemeinsam mit den Kollegen von Subway To Sally, Ingo Hampf, Bodenski und Simon Michael Schmitt – die Band Bannkreis, die mit dem Album „Sakrament“ große Wellen schlägt. Unter dem Banner „Epic Folk Rock“ kleidet die Neuformation ihre darauf zu findenden 13 Songs in entsprechend opulente, orchestrierte Klangkonstrukte. Und schon nach einmaligem Hören muss man feststellen: Von der Optik über die Texte bis hin zur Musik ist hier alles stimmungsvoll.

Glaubt man schon, ein Song beginne bombastisch, dann kann man sich nur wundern, inwieweit sich ein Bannkreis-Track noch an Opulenz und Bombast – nicht zuletzt durch den Einsatz des klassischen Orchesters – steigern kann. Dadurch wirken die Titel allesamt sehr emotional und verfehlen ihre Wirkung auch bei den Hörern nicht. Gänsehaut ist hier durchgehend Programm!

Dazu trägt immens der Gesang im Duett bei. Ist Eric Fishs markante Stimme schon sehr eindringlich, gewinnt ein jeder Song mit der Performance von Johanna Krins an Intensität.

Bei deutschsprachigen Texten in Verbindung mit oftmals melancholischen Klängen läuft eine Band oft Gefahr, inhaltlich ins Kitschige abzudriften. Nicht so bei Bannkreis. Gepackt von der Musik und der jeweiligen hervorragenden Songentwicklungen gibt die Band Pathos und Kitsch keine Chance. So entstehen Titel, die ihre Authentizität bewahren und ihre Intentionen unverfälscht an die Hörer transportieren können. Auch die schnelleren Stücke büßen trotz bzw. mit ihren flotten Takten nichts davon ein. Im Gegenteil, verstehen sie es ebenfalls sehr gut, die Hörer mit wundervollen und zugleich berührenden Melodien mitzureißen.

Bannkreis (Copyright: Bannkreis / C. Barz)

Ferner sind die Texte überraschenderweise nicht vorhersehbar; vielmehr hat der Hörer die Wahl zwischen inbrünstigem Mitsingen oder der den Songs innewohnenden Einladung, sich von ihnen tragen zu lassen und den Geschichten der Musiker bedächtig zu lauschen, zu folgen.

„Sakrament“ verströmt eine Magie und Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen kann. Somit dürfte die Band ihrem Namen mehr als gerecht werden. Einmal in den Bann(kreis) der Truppe geraten, gibt es kein Zurück und man will mehr. Mehr als nur ihre eigenen Songs bieten Bannkreis auch auf ihrem Album, denn neben dem Bonustitel „Ins Dunkel“ findet die Santiano-Kooperation „Doch ich weiß es“ ihren Platz auf „Sakrament“.

Video

Tracklist

01 Lebenslinien
02 Lebewohl
03 Hilf mir zu glauben
04 Fährmann
05 Aus fernen Ländern
06 Doch ich weiß es (Bannkreis & Santiano)
07 Sakrament
08 Nimmermehr
09 Bannkreis
10 Erdbeermond
11 Rabenflug
12 Kein Weg zurück
13 Ins Dunkel (Bonustitel)

Details

Bannkreis – Homepage
Bannkreis – Facebook

Label: Universal Music / Airforce1 Records
Vö-Termin: 16.03.2018
Spielzeit: 54:02

Copyright Cover: Universal Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde