Review

Bad Bullet – was auch sonst?! Zugegeben, mit diesem Bandnamen, bei dem sich die absurd-rhetorische Frage nach „Good Bullets“ auftut, reißen die Jungs aus Österreich nicht wirklich vom Hocker, die Musik des Quartetts dafür schon mehr.
Ihren Alternative Rock bannt man nun auf das Debütalbum „Use The Energy“ und nicht selten erinnern einige der darauf zu hörenden zwölf Songs, allesamt sehr eingängig ausgefallen, an Bands wie 3 Doors Down oder Foo Fighters.

Eine Eigenständigkeit ist der noch jungen Truppe jedoch trotz dieser Assoziationen nicht abzusprechen.
Allen voran ist die Stimme von Sänger und Gitarrist Manuel Schlögl wie gemacht für das Genre. Sein leicht rauchiges, dunkles Timbre gefällt und man hört ihm gerne zu. Eine gute Voraussetzung, um Gefallen an diesem Erstwerk zu finden. Und jenes macht zudem einen international konkurrenzfähigen Eindruck. Mit des Öfteren hörbarer amerikanischen Prägung können sich Bad Bullets daher nicht nur in ihrer Heimat hören lassen.

Die Leichtigkeit ihres Alternative Rocks mit teils sogar punkigem oder grungigem Einschlag verursacht prompt gute Laune und lässt schnell den Kopf im Takt mitwippen. Besonders deutlich machen dies Songs wie „Black Heaven“, „Come With Me“ oder „Save Me Now“.

Schade daher, dass Bad Bullets ihren Albumtitel nicht selbst zum Motto der Scheibe gemacht haben, denn auf „Use The Energy“ finden sich gefühlt verhältnismäßig viele ruhige und balladeske Songs, für die man auch schon mal die Akustikgitarre herausholt. Dass die Band das Tempo auf ihrem ersten Rundling immer wieder drosselt, führt zwar zu einem gewissen Abwechslungsreichtum, gleichzeitig stoppen diese Parts immer mal wieder die Energie des Albums, wie oben erwähnte Titel sie zuvor gekonnt aufbauen und zum Vorschein bringen. Bedauerlich insofern, da in genau diesen temporeicheren Tracks eine große Stärke der Band liegt und Songs wie „Poison World“ durch ihre ruhige Seite hingegen eher belanglos wirken.

Bad Bullet (Copyright: Bad Bullet)

Gut also, dass sich dazwischen noch Titel wie „Judgement Day“ drängen. Dieser bricht zwar auch nicht gerade Geschwindigkeitsrekorde, überzeugt aber durch eine dunklere, aggressivere Stimmung, die u.a. durch eine härtere Gesangsart sowie durch galoppierend gespielte Songstrukturen verstärkt wird. Indem insbesondere der Refrain den Charme eines Auszählreims besitzt, ohne einer zu sein, ist jener schnell und leicht mitsingbar, sodass hier auch das Livepotenzial des Songs respektive der Band durchblitzt.

Fans des Genres sollten Bad Bullet auf dem Schirm haben. Sofern die Jungs zukünftig nicht nur über Energie singen, sondern sie auch konsequent in ihre Musik einfließen lassen, kann von ihnen definitiv noch reichlich Vielversprechendes kommen.

Trailer

Tracklist

01 Black Heaven
02 Never Give Up
03 Follow Your Dreams
04 Free
05 Judgement Day
06 Kill The Boss
07 Last Chance
08 Poison World
09 Come With Me
10 Save Me Now
11 Use The Energy
12 War Never Changes

Details

Bad Bullet – Homepage
Bad Bullet – Facebook

Label: NRT-Records / Soulfood
Vö-Termin: 08.06.2018
Spielzeit: 40:15

Copyright Cover: NRT-Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde