Review

Brisbanes Brutalos Aversions Crown bringen nach ihrem großen Erfolg „Tyrant“ nun endlich ein neues Album auf den Markt. Die Scheibe hört auf den Namen „Xenocide“ und wurde in den Audio Hammer Studios gemixt. Somit wäre für erstklassigen Sound gesorgt. Und auch musikalisch geht es genau in die richtige Richtung, indem Aversions Crown wie Thy Art is Murder scheinbar die Deathcore-Keule hochhalten.

Mit ihrem Intro „Void“ spürt man schon, wohin die Reise geht, denn es wird ausschweifend und effektreich. Einzelne Gitarrentöne walzen über einen zerschmetternden, immer wiederkehrenden Tom-Knall. Schön stimmig, dezent und spannend zugleich.

Der erste Track „Prismatic Abyss“ gibt dem Hörer dafür voll auf die Zwölf. Ein bisschen emotionales Gespiele vorweg und schon geht es mit extrem schnellen Blasts und melodiösen Gitarren ins Rennen. Purer Deathcore mit Liebe zum Detail.

Viele Deathcore-Bands tummeln sich derzeit in der Mittelmäßigkeit, doch Aversions Crown halten mit Intensität und spielerischem Können dagegen.
Marks Organ liegt irgendwo zwischen CJ (Thy Art is Murder) und Bozeman (Whitechapel). Ein absoluter Hochgenuss, sofern man darauf steht. Seine Growls sind pervers tief und auch die Screams klingen ganz und gar nicht dünn. Zudem ist Schlagzeuger Jayden Mason ein Tier an den Drums. Viele Variationen gibt es nicht, aber den Death Metal-Standard hat er mehr als drauf. So drücken die Songs allein durch das fette Drumming ordentlich. Auch der Sound der Gitarren ist kräftig. Djentige Anleihen sind ebenfalls mit an Bord, heutzutage kann halt keiner mehr ohne. Das klingt nach abkupfern, doch Aversions Crown haben definitiv ihren eigenen Stil. Diesen verfeinern sie auf „Xenocide“ noch intensiver.

Aversions Crown (Copyright: Harley Folbigg)

Ziemlich gut gefallen außerdem die Stilelemente wie wackelnde Töne und sich abwechselnde Stereogitarren, die der Platte viel Dynamik bescheren. Zusätzlich arbeiten Aversions Crown oft mit „kaputten“ Sounds. Zwar nur als Übergang genutzt, kommen jene schön brutal beim Hörer an; gerade vor einem Groove- oder Mosh-Part wirkt das hervorragend.

Was jedoch nicht jedem gefallen wird, ist der Mix aus heftigen Drums und hohen Melodien an den Gitarren (in ähnlicher Weise zu hören bei Fallujah).

Bleibt zu sagen, Aversions Crown bringen mit „Xenocide“ ein ausgewogenes Deathcore-Album auf den Markt.
Genre-Fans müssen somit zugreifen und Fans der Band wissen sowieso, was sie kaufen: Qualität!

Video

Trackliste

01 Void
02 Prismatic Abyss
03 The Soulless Acolyte
04 Hybridization
05 Erebus
06 Ophiophagy
07 The Oracles of Existence
08 Cynical Entity
09 Stillborn Existence
10 Cycles of Haruspex
11 Misery
12 Odium

Details

Aversions Crown – Facebook
Aversions Crown – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 20.01.2017
Spielzeit: 50:18

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Marcus
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