Review

„Inerte“ ist das Ergebnis eines Trios, das sich sowohl dem psychedelischen als auch dem progressiven Rock verschrieben hat. Atavismo vereinen komplexe Songgerüste mit spanischen Ethno-Rock-Einflüssen, was das Ganze hörbar abrundet.

Typisches Merkmal für „Inerte“ ist ein sich aufbauender Sound, bei dem Stück für Stück neue musikalische Elemente hinzukommen – oder sich an der Basis im Grunde nichts ändert und die Kompositionen dennoch einem gewissen Höhepunkt entgegensteuern.

Viel prägnanter ist jedoch die Experimentierfreudigkeit der Band, die sich besonders darin zeigt, gängige Strukturen aufzubrechen und die Musik in eine ganz andere Richtung laufen zu lassen. So kann ein generell stampfender Song auch gerne mal in eine kleine Jazz-Einlage münden.

Dass Atavismo allerdings nicht jedes Genre komplett ausnutzen, erschließt sich aus den stets präsenten Klängen des spanischen Stils. Oftmals reicht hier schon eine einfache Akustikgitarre oder der weiche Gesang, der von jedem der drei Mitglieder kommt.

Schnell fällt jedoch auf, dass sich ein Großteil des Albums sehr arg konstruiert anhört; vor allem die verschiedenen Stilwechsel sorgen dafür. So kommt es häufig vor, dass man sich so manche Passage gerne als eigenständigen Song gewünscht hätte, während sich das Ganze beim Hören auch mal in die Länge ziehen kann.

Atavismo (Copyright: Atavismo)

Atavismo (Copyright: Atavismo)

Besonders schwer wird es dann bei den Titeln, die über die Zehn-Minuten-Marke hinausgehen. Ab da merkt man erst, wie repetitiv so manche Eingebung Atavismos sein kann; das dann noch über mehrere Minuten und der Hörer schaltet gedanklich sehr schnell ab.

Nichtsdestotrotz besticht „Inerte“ mit einer soliden Produktion, musikalischen Qualitäten und einer Band dahinter, die auch gerne mal etwas wagt. Die Platte ist besonders dann stark, wenn sie mit verschiedenen Farbklängen arbeitet und das alles auch ineinander überfließt.

Video

Trackliste

01 Pan Y Dolor
02 El Sueno
03 La Maldicion Del Zisco
04 Belleza Guatro
05 Volarás

Details

Atavismo – Facebook

Label: Temple Of Torturous
Vö-Termin: 07.04.2017
Spielzeit: 41:44

Copyright Cover: Temple Of Torturous



Über den Autor

Christopher