Review

Mit „Black Eyed Children“ haben sich Astral Doors ein eher ungewöhnliches und düsteres Thema als Grundlage für ihr inzwischen achtes Album ausgesucht. Dass dieses aber durchaus auch im klassischen Heavy Rock passabel untergebracht werden kann, möchten die Schweden mit ihrem aktuellen Silberling beweisen, an dem die Band um Sänger Nils Patrik Johansson zwei Jahre gearbeitet hat.

Nach Johanssons Ausstieg bei der Band Civil War kündigte jener Ende 2016 an, sich verstärkt dem Wirken von Astral Doors zu widmen – und wie „Black Eyed Children“ zeigt, ist mit diesem Album ein erster guter Schritt in diese Richtung bereits gemacht.

Schon der Opener „We Cry Out“ lässt erkennen, mit wem man es am Mikro zu tun hat. Johansson mit seiner im positiven Sinne „knödeligen“ Stimme ist (bzw. war) nicht nur bei Civil War ein Aushängeschild, er verpasst auch auf ein Neues Astral Doors ihren unverkennbaren Klang und trägt maßgeblich zum Wiedererkennungswert der Truppe bei.

Zusätzlich stellen die auf „Black Eyed Children“ vorzufindenden zehn Songs (in der Deluxe Edition erweitert um den Bonussong „Jesus Christ Movie Star“) abermals unter Beweis, dass Schweden einfach eine „Hitfabrik“ zu sein scheint. Nur selten wissen skandinavische – und insbesondere schwedische – Musiker nicht zu überzeugen. Vielleicht wundert es da auch nicht, dass einige Gitarrenparts an die Finnen Battle Beast erinnern, ohne sie jedoch zu kopieren.

Die Arbeit an den Sechssaitern sitzt also, doch etwas zu süßlich fallen hingegen die Keys in ihrer Untermalung aus. So ganz wollen sie damit auch dem Rahmen bildenden Konzept der „Black Eyed Children“ nicht gerecht werden. Denn wie schon das Coverartwork, so deutet auch der seit den 60er Jahren existierende Mythos um die blasshäutigen, tiefschwarze und pupillenlose Augen habenden Kinder an, dass es auf dem ihnen gewidmeten Album eine Spur düsterer zugeht. Dies ist allerdings mitnichten der Fall; einzig einige Introsequenzen (wie beispielsweise die Orgel-lastige Einleitung zu „Die on Stage“) nehmen die eigentlich zu erwartende Atmosphäre auf. Ansonsten regieren traditioneller Hardrock und Heavy Metal und der wird in der Mehrheit der Tracks auf „Black Eyed Children“ flott gespielt.

Astral Doors (Copyright: Astral Doors)

Zu oft wirken die Songs dabei aber zu lang, wodurch sie immer mal wieder etwas an Eingängigkeit einbüßen.
Weil in der Kürze manchmal die Würze liegt, während dennoch nicht bei knackigen Spielzeiten auf die hier vorhandenen Gitarrensoli verzichtet werden müsste, hätte man sich doch ein wenig mehr konzentriertere Hooks gewünscht.

Nichtsdestotrotz ist Astral Doors mit „Black Eyed Children“ ein Album gelungen, das dem Genre mehr als gerecht und Fans dieser Stilrichtung die Playlist aufwerten wird.

Video

Tracklist

01 We Cry Out
02 Walls
03 God is the Devil
04 Die on Stage
05 Tomorrow’s Dead
06 Good vs. Bad
07 Suburban Song
08 Lost Boy
09 Slaves to Ourselves
10 Black Eyed Children

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 28.04.2017
Spielzeit: 51:01

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde