Review

Black Metal – Arroganz frönen dem Kult auch in unseren heimischen Gefilden. Ob Bandfotos in Schwarz-Weiß oder Mitgliedernamen wie K, T oder P – so etwas muss doch gefeiert werden, oder? Das Image der Band passt also schon einmal, doch haben Arroganz darüber hinaus auch etwas zu bieten?
Seit 2008 unterwegs, erscheint nun ihr neues Album namens „Primitiv“ – und wird seinem Namen hoffentlich nicht gerecht werden.

Bereits der Opener „Pilgrim“ zeigt, dass Arroganz auf „Primitiv“ eher einen Death-Black-Mix verfolgen. Der Sound ist rotzig, der Track besitzt einen guten Drive und drückt ordentlich nach vorne und über dem Gesang liegt reichlich Hall. Ab der Hälfte der Spielzeit wird es dann deutlich relaxter und doomiger. Arroganz spielen ab sofort ihre zweite Karte aus: Den Black Metal-Walzer.

Das Ganze funktioniert in „Obliviate“ aber schon nicht mehr so gut, da sich der Hörer hier über sieben Minuten eher durch den Track quält, anstatt Gefallen daran zu finden. Es bleibt träge und mittelmäßig interessant.

„Strait Paths & Grave Walls“ klingt zudem schließlich verstärkt nach einer Wald- und Wiesen-Band, die man sich gerne für einen Kasten Bier mal in die Stadt holt. Die Qualität der Tracks schwankt insgesamt sehr extrem und das fällt negativ ins Gewicht.

Nimmt man dagegen aber Tracks wie „Cortege“ oder „Sepulchral Cold“, so zeigt sich, was die Band drauf hat. Das Hauptriff von „Cortege“ ist der Oberkracher und zieht den Hörer sofort in den Bann; da kann das Schlagzeug noch so kratzig klingen oder der Gesang bis zum Mond hallen. Wenn Stimmung, Sound und Riffs passen, können Arroganz richtig überzeugen. In diesen Momenten macht nicht nur der Bass eine gute Figur, sondern man keift sich (gerade in diesem Track) herrlich brutal durch das Feld. „Cortege“ ist zugegebenermaßen deutlich doomiger als der Rest des Albums, aber in diesem Stil funktionieren Arroganz am besten.

Arroganz (Copyright: Arroganz)

Das Gleiche gilt für „Sepulchral Cold“. Zu Beginn noch eher lahm, tut es einem der Mittelteil dann so richtig an, der extrem groovig und melodisch daherkommt. Warum also nicht mehr davon, anstatt x-beliebige Black Metal Mucke abzuliefern? Mehr Atmosphäre hätte außerdem sehr gutgetan.

Blendet man somit „Cortege“ und „Sepulchral Cold“ einmal aus, bleibt auf „Primitiv“ viel Black Metal Einheitsbrei übrig. Diese beiden Songs sind definitiv Anspieltipps, aber danach ist leider auch schon Feierabend.

Video

Trackliste

01 Pilgrim
02 Obliviate
03 Strait Paths & Grave Walls
04 Another God, Dead
05 Cortege
06 Sepulchral Cold

Details

Arroganz – Facebook

Label: FDA Records / Soulfood Music
Vö-Termin: 29.09.2017
Spielzeit: 40:01

Copyright Cover: FDA Records



Über den Autor

Marcus
Marcus