Review

Als sich Marillion-Mitbegründer Mick Pointer und Pendragon-Mitglied Clive Nolan 1995 aufmachten, unter dem Namen Arena eine eigene Band zu gründen, ahnte man vermutlich nicht, wohin sie der Weg, den sie in Richtung Progressive Rock einschlugen, letztlich noch führen wird. Angekommen sind sie nach mehreren Besetzungswechseln nun im Jahre 2015, aktiv und mit neuem Album namens „The Unquiet Sky“ im Gepäck.

Die darauf befindlichen zwölf Titel basieren laut Aussage von Clive Nolan auf der Horror-Kurzgeschichte „Casting the Runes“ von M. R. James, entsprechend legen Arena Wert auf Atmosphäre.
Diesbezüglich reichert die Band ihren ursprünglichen Progressive Rock mit Metal-Anleihen, ausgiebigen gefühlvollen Pianopassagen und epischen, soundtrackwürdigen Arrangements an. So geht es mal schwermütig, mal bombastisch und orchestral und zeitweilig auch sehr ruhig und bedächtig auf „The Unquiet Sky“ zu, das damit eine Stimmung verbreitet, in die sich der Hörer verlieren kann und die phasenweise (z.B. im Song „Oblivious To The Night“) an Titel von Alben wie „Scenes from a Memory“ (Dream Theater) erinnert.

Wundervoll konzipierte Melodien reihen sich Song für Song aneinander und lassen dabei auch diverse Gitarrensoli nicht vermissen. Die progressiven Züge von Arena fallen unaufdringlich und stattdessen gefällig aus. Das Quintett verliert sich nicht in komplizierten, melodielosen Songstrukturen, gleichzeitig wird die genretypische Komplexität gewährleistet.

Indem der Sound satt, energetisch und klar ausfällt, kommen die emotionalen Momente ebenso zur Geltung wie die dynamischen, härteren Klänge. Songs wie u.a. das balladeske „How Did It Come To This“ wissen sich zu steigern und spielen mit lauten und leisen Tönen.

Der Atmosphäre dienlich ist vor allem auch der Gesang von Paul Manzi. Seine Stimmfarbe begeistert und passt zum Arena-Sound wie die Faust aufs Auge. Ähnlich wie die Musik variiert Manzi in Sachen Lautstärke, darüber hinaus brilliert er in rockigen sowie emotionalen Parts. Sein Talent verstärkt die Intensität der Tracks.

Arena (Copyright: Arena)

Arena (Copyright: Arena)

Auf „The Unquiet Sky“ befinden sich grandiose Songs, die – jeder für sich – als Anspieltipps genannt werden könnten. Mit Ausnahme von „Markings On A Parchment“ und „Returning The Curse“.
„Markings On A Parchment“, bestehend aus Samples und der äußerst reduzierten Instrumentierung, kommt rein instrumental daher und strahlt etwas Meditatives aus. Als Überleitung zum folgenden Titeltrack sicherlich geeignet, ist er dennoch eine Frage des eigenen Geschmacks.
„Returning The Curse“ besitzt einen langen Instrumentalteil, der mit dominantem Keyboardsound, der als „Pan Pipes“ gespielt wird, die Härte der Gitarren und Drums durchbricht.
Beide Songs könnten durch die erwähnten Aspekte daher für den einen oder anderen skipbar sein.

Abschließend bleibt zu sagen, dass sich bei „The Unquiet Sky“ nicht nur die Download-Version des Albums lohnt, sondern auch der Kauf des physischen Exemplars, da selbst in das Booklet viel Liebe gesteckt wurde. Atmosphärische Bilder runden das Konzept des Silberlings somit auch visuell ab.

Tracklist

01 The Demon Strikes
02 How Did It Come To This?
03 The Bishop Of Lufford
04 Oblivious To The Night
05 No Change Encounter
06 Markings On A Parchment
07 The Unquiet Sky
08 What Happend Before
09 Time Runs Out
10 Returning The Curse
11 Unexpected Dawn
12 Traveller Beware

Details

Arena – Homepage
Arena – Twitter

Label: Verglas Music / Soulfood
Vö-Termin: 08.05.2015
Spielzeit: 55:39

Copyright Cover: Verglas Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde