Review

Mit „(R)evolution“ kreieren Architects of Chaoz einen beliebten wie bekannten Albumnamen (man denke nur an Hammerfall, Blood On The Dance Floor, HawkLords u.a., die mit diesem naheliegenden Wortspiel bereits ihre Veröffentlichungen betitelten) für ihr neues Werk, auf dem sie gleich 13 neue Songs packen.

Doch das Quintett möchte nicht nur mit Quantität, sondern auch mit Qualität überzeugen und dafür holt man sich dann auch schon mal gastmusikalische Unterstützung (wie jene von Destruction-Sänger und -Bassist Marcel „Schmier“ Schirmer für den Song „No Way Out“) mit ins Boot.
Nötig haben Architects of Chaoz diese Verstärkung eigentlich nicht, denn „(R)evolution“ zeigt von Track 1 bis 13, wie breit Sänger Titta, der nach der Trennung von Paul Di’Anno in dessen Fußstapfen trat, hier aufgestellt ist und die Titel maßgeblich durch seine Stimme trägt. Allerdings: Der Gesang hätte noch weiter in den Vordergrund gerückt werden können, denn häufig wirken die Lead- und Backgroundstimmen im Vergleich zu den Gitarrenwänden und kräftigen Drums zu leise; Shouts gehen oft ganz unter.

Ist die eher leisere Stimme gerade in den Kopfstimmen-Parts hingegen noch angenehm, gehen dadurch insgesamt leider zu häufig die guten Melodien der Titel verloren.
Davon abgesehen finden Architects of Chaoz aber ein gutes Verhältnis zwischen Melodie und Härte. Beides fügt sich derart harmonisch zusammen, dass die Band ihrem Namen diesbezüglich nicht gerecht wird; vielmehr gehen die Architekten des Chaos‘ songwriterisch sehr präzise und stringent vor. Umso bedauerlicher, dass der Gesang nicht unbedingt für einen Wiedererkennungswert sorgt, der die Truppe mit ihrem Album „(R)evolution“ deutlicher aus der Masse hervorhebt.

Architects of Chaoz (Copyright: Sven Schmoll / freak:unit)

Hörenswert ist ihr melodischer Heavy Metal mit modernem Touch nämlich definitiv. So lädt der eingängige Opener „Rise“ bereits zum Weiterhören ein. Das an Härte zunehmende und mit schreddernden Gitarren sowie Gangshouts versehene „Dead Again“ steht dem in nichts nach. Ein Song wie „Hitman“ hat darüber hinaus viel Livepotenzial und auch ruhigere, tragendere Stücke meistern Architects of Chaoz ohne Probleme, Kitsch oder Langatmigkeiten – wie „A Moment Of Clarity“ und „The Pulse Of The Sun“ zeigen – ehe mit „All Play Dead“ erneut überwiegend temporeich die Heavy Metal Keule geschwungen wird.

Folgesong „Century Of Cancer“ kommt hingegen ein wenig eintönig daher und besitzt keine nennenswerten Highlights. Auch ein „Into The Fire“ bringt trotz abermaliger Zunahme des Spieltempos nicht viel Neues. Gegen Albummitte beginnt somit eine kleine Flaute, währenddessen lediglich die bis dato bewährten Stärken von „(R)evolution“ solide, aber wenig kreativ abgerufen werden.

Die Kurve zum starken Beginn von „(R)evolution“ kriegt die Band leider nicht mehr. Heavy Metal Fans sei das neue Album von Architects of Chaoz mit ein paar Abstrichen dennoch empfohlen.

Video

Tracklist

01 Rise
02 Dead Again
03 Hitman
04 A Moment Of Clarity
05 All Play Dead
06 Century Of Cancer
07 Into The Fire
08 Hollow Years
09 Pressure
10 Farewell
11 No Way Out
12 Bloodrain Falls
13 The Pulse Of The Sun

Details

Architects of Chaoz – Homepage
Architects of Chaoz – Facebook

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 25.05.2018
Spielzeit: 62:48

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde