Review

Um die Zeit zwischen ihrem letzten Album „Will to Power“ und einem kommenden elften Werk zu überbrücken, veröffentlichen Arch Enemy mit „Covered In Blood“ ein 24 Tracks umfassendes Coveralbum.
Darauf enthalten sind alle Coverversionen, die die Band jemals aufgenommen hat.

Nennenswerte Coverversionen

Einen optimalen Einstieg liefert bereits der Opener „Shout“. Im Original von Tears For Fears machen Arch Enemy diesen 80er Hit ganz zu ihrem eigenen Song.

Mit einem typischen Arch Enemy-Gitarrenspiel trumpft anschließend auch der Pretty Maids-Titel „Back To Black“ auf, der ursprünglich als Bonustrack auf der japanischen Verkaufsversion des Albums „Will to Power“ zu finden ist.

Eine ähnliche „Rarität“ stellt die Interpretation des Iron Maiden Songs „The Ides of March“ dar, der ebenfalls als Bonustitel einer japanischen Edition eines Arch Enemy Albums hergehalten hat. Mit diesem Track, ein reines Instrumentalstück, geht man jedoch weiter in die Bandgeschichte zurück als noch mit „Back To Black“, denn bei besagter Edition handelt es sich um das Album „Black Earth“ aus dem Jahr 1996.

Auch „Starbreaker“ (ursprünglich von Judas Priest) sollte auf einer japanischen Compilation verewigt werden. Diese kam aber letztlich nicht zustande, sodass die Platzierung auf „Covered In Blood“ –  wie viele andere Titel auch – durchaus als exklusiv bezeichnet werden kann.

Dem derzeitigen Stil der Band kommen vor allem die Interpretationen von „The Zoo“ (Scorpions) und „The Oath“ (KISS) entgegen.

Wer darüber hinaus auf Atmosphäre steht, der kommt schließlich noch mit dem dunkel-romantischen „Walk In The Shadows“ (Queensryche) oder dem getragenen „Shadow On The Wall“ (Mike Oldfield) auf seine Kosten.

Originale gekonnt zu eigen gemacht

Obwohl die Schweden den jeweiligen Songs ihre eigene Handschrift verpassen, sind Nähen zu den Originalen des Öfteren deutlich herauszuhören. Der Spagat von originalem Charme und eigener Note gelingt hervorragend und sorgt dafür, dass Arch Enemy abseits ihres Melodic Death Metal durchaus auch mal beispielsweise punkig klingen können, wie in „City Baby Attacked By Rats“ (GBH) zu hören ist.

Gleichzeitig führt dies dazu, dass einige Coversongs gefallen werden, andere hingegen weniger oder gar nicht – je nach den persönlichen Vorlieben der jeweiligen Hörer.

Krach schlagender Songblock

Arch Enemy (Copyright: Katja Kuhl)

Und so kann es passieren, dass der Band insbesondere im Cover-Block diverser Skitslickers-Titel die Meute der geneigten Melodic Death Metal Hörer wegbricht. Stattdessen ruft diese Songballung vor allem Thrash Metal und Hardcore Hörer auf den Plan. Während die einen hier Tempo, kurze Spielzeiten (meist unter einer Minute) und Härte feiern, empfinden die anderen diese Passage des Albums eher als Krach und vermissen die Melodiösität. Demnach bilden diese Tracks für „klassische“ Arch Enemy-Hörer keinen Mehrwert und sind vielmehr leider skippbar. Einzig für die Die-Hard-Fans der Schweden könnte dieser Albumabschnitt interessant sein.

Gesangliche Arch Enemy-Breitseite

Interessant für alle ist hingegen der hier gebotene gesangliche Querschnitt der Band.
Während diese mit ihren Coversongs quer durch die Metal-, Rock-, Punk- und 80er-Jahre Pop-Abteilungen wütet, kommt der Hörer von „Covered In Blood“ in den Genuss, sämtliche bisherige Sänger und Sängerinnen von Arch Enemy zu hören: Gründungsmitglied Johan Liiva („Scream of Anger“), Angela Gossow („Kill with Power“; „Walk in the shadows“) und die aktuelle Besetzung namens Alissa White-Gluz.

Fazit

Mit „Covered In Blood“ liefern Arch Enemy eine umfangreiche Compilation ab, die – auch wenn die meisten Songs dem derzeitigen Arch Enemy-Stil entsprechen – besonders für Sammler interessant ist, die den Backkatalog der Band noch nicht komplettiert haben.

Video

Tracklist

01 Shout (Tears For Fears)
02 Back To Back (Pretty Maids)
03 Shadow On The Wall (Mike Oldfield)
04 Breaking The Law (Judas Priest)
05 Nitad (Moderat Likvidation)
06 When The Innocent Die (Anti-Cimex)
07 Warsystem (Skitslickers)
08 Armed Revolution (Skitslickers)
09 Spräckta Snutskallar (Skitslickers)
10 The Leader (Of the Fuckin‘ Assholes) (Skitslickers)
11 City Baby Attacked By Rats (G.B.H.)
12 Warning (Discharge)
13 The Zoo (Scorpions)
14 Wings Of Tomorrow (Europe)
15 The Oath (KISS)
16 The Book Of Heavy Metal (Dream Evil)
17 Walk In The Shadows (Queensryche)
18 Incarnated Solvent Abuse (Carcass)
19 Kill With Power (Manowar)
20 Symphony Of Destruction (Megadeth)
21 Aces High (Iron Maiden)
22 Scream Of Anger (Europe)
23 Starbreaker (Judas Priest)
24 The Ides Of March (Iron Maiden)

Details

Arch Enemy – Homepage | Arch Enemy – Facebook | Arch Enemy – Twitter

Label: Century Media
Vö-Termin: 18.01.2019
Spielzeit: 70:59

Copyright Cover: Century Media



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde