Review

Apallic aus Emden haben Bock auf Death Metal und bringen mit ihrem Debütalbum „Of Fate And Sanity“ zehn Songs ins Rennen, die mal mehr und mal weniger überzeugen können.

Inhaltlich befasst sich die Band auf „Of Fate And Sanity“ mit dem Thema Wachkoma. Ihr Protagonist muss herausfinden, wo er sich befindet und wer er überhaupt ist. Rein thematisch recht interessant wird dies musikalisch mit gepflegtem Melodic Death Metal à la At The Gates, Enslaved oder Amon Amarth untermalt.

„Iter Initium“ beginnt recht bedrohlich und mittels eines Samples. Kurz darauf ist Feierabend und die Platte findet ihren eigentlichen Beginn, denn „The Awakening“ schließt sich an und geht dabei ohne Kompromisse nach vorne. Die Doublebass pflügt sich durch die Gehirnhälften der Hörer, während der Gesang ziemlich prägnant ausfällt. Es folgen gute Grooves, die allerdings noch etwas mehr Pfeffer vertragen hätten. Dafür sind die dynamischen Tempowechsel recht gelungen. Mit diesem ersten „richtigen“ Track läuft das Album schon einmal gut an; gerade Drummer Dennis scheint ziemlich fit zu sein.

In Tracks wie „Masked Insanity“ wird der musikalische Background aus At The Gates und noch mehr Amon Amarth sehr deutlich. Apallic drücken ihm aber stets ihren eigenen Stempel auf. Lässige Breaks reißen den leicht paganen Touch immer mal wieder auf und auch diesbezüglich kann der Drummer mit kleinen Spielereien punkten. Der Gitarrensound auf „Of Fate And Sanity“ könnte zwar etwas knackiger sein, ist aber zu jedem Zeitpunkt on point und hörbar.

Mit „The Watchmaker“ zeigen Apallic zudem ihre thrashige Seite, die ihnen ebenfalls gutsteht. Hier dürfen auch die Gitarren mal etwas mehr glänzen.

Insgesamt wirkt der Sound der Platte zunächst etwas zu roh, im Hörverlauf wird man allerdings feststellen, dass dieser super zum Gesamtbild der Band passt und zudem einen gewissen Charme mit sich bringt.

Apallic (Copyright: Apallic)

Mit „A Taste Of Lethe“ darf es zum Ende auch noch ein Epos mit knapp 14 Minuten Länge sein. Grooves mit viel Melodie und Drang zum sehr guten Songwriting machen diesen Track zum absoluten Highlight. Blasts treffen auf schnelle Melo-Parts und einen sehr kräftigen Frontmann. Die Riffs sind hier schön ausschweifend geschrieben und transportieren viel Atmosphäre an die Hörer. Abwechslung bescheren ab der Hälfte dann noch Industrial-Elemente und es wird „slow metallisch“. Ein derartiges Vorgehen hätte man sich auf der gesamten Platte deutlich mehr gewünscht.

Apallic bringen mit „Of Fate And Sanity“ ein richtig gutes Death Metal Album mit vielen Facetten als Erstling heraus.
Wer einen rohen Sound mag und Spaß an interessanten Drumparts sowie guten Arrangements hat, der sollte Apallic definitiv im Auge behalten.

Video

Trackliste

01 Iter Initium
02 The Awakening
03 Mental Prison
04 Masked Insanity
05 Days Before The Black
06 Deranged
07 Iter Ex Umbra
08 The Watchmaker
09 Leaking Hourglass
10 A Taste Of Lethe

Details

Apallic – Homepage
Apallic – Facebook

Label: Boersma Records
Vö-Termin: 02.06.2017
Spielzeit: 52:40

Copyright Cover: Boersma Records



Über den Autor

Marcus
Marcus