Review

Anasarca sagte mir bis zur Veröffentlichung der „Survival Mode (Demo)“ nichts, dabei reden wir hier von einer Band, die seit 1995 agiert.
Die Jungs gehören der Generation „Durchbeißen“ an, denn nach Line-up-Wechseln und großen Pausen hielten sie sich dennoch zusammen und bringen nun ihr Full Length „Survival Mode“ heraus.

Purer Death Metal im leicht schwedischen Stil knallt aus den Lautsprechern. Dazu muss man sagen, dass die Band aus Emden kommt – und dennoch ziemlich nach europäischem oder amerikanischem Standard klingt. Doch kann auch die ganze Platte überzeugen?

Möwen! Möwen? Da soll sich der Hörer wohl zunächst eine nette und freundliche Umgebung vorstellen, während es kurz darauf blutig wird. „Drinking Blood“ klingt dabei stark nach Bloodbath im gewohnten Schweden-Outfit.
Der Fokus liegt hier nicht so sehr auf dem Inhalt, sondern – und das trifft auf das gesamte Album zu – auf der instrumentalen Ebene, die sich auf „Survival Mode“ wirklich hören lassen kann. Die Blasts kommen knackig und die Gitarren sind schön fräsend. An den Drums gibt es jedoch hier und da ein paar Verspieler bzw. Töne, die da nicht hingehören, aber das fällt nur unter Kopfhören auf.

Die Jungs können zudem richtig gute Grooves aus dem Ärmel schütteln. Titeltrack „Survival Mode“ steht diesbezüglich ganz hoch im Kurs und bringt ein wenig Slam mit, womit wir auch schon bei Dying Fetus angekommen wären. Hier gibt es wirklich viel zu entdecken und die Mischung ist erst recht nicht stümperhaft zusammengeschustert, sondern wirkt sehr ansprechend.

Der Gesang ist allerdings teilweise etwas zu leise bzw. schwach gemixt, da hätte man deutlich mehr „Durchsetzungsvermögen“ erwarten können. Beim Drive gibt es hingegen die volle Punktzahl, denn nach vorne spielen kann die Band.

Was ebenfalls weniger begeistert, sind die kurzen Einspieler, die vollkommen überflüssig sind, aber wohl zum guten Death Metal-Ton gehören.

Anasarca (Copyright: Anasarca)

Man könnte der Band jetzt vorwerfen, dass sie eher einfallslose Songs schreibt, man kann jene aber auch stattdessen einfach als straight bezeichnen. Viele Schnörkel gibt es somit auf „Survival Mode“ nicht; so auch beim Mix, der recht roh daherkommt. Dies passt aber zum leicht dreckigen „Image“ der Scheibe und wird daher durchgewunken.

Eines der Highlights auf „Survival Mode“ sollte letztlich noch Kam Lee (ex Massacre) bilden, der im Titeltrack mit Gastvocals vertreten ist. Dazu gesellen sich fünf Bonustracks, die allesamt ordentlich sind, aber keinen unbedingten Mehrwert bieten.

Doch „Survival Mode“ wäre auch ohne viele Bonustracks richtig gut. Ein solides, ehrliches Death Metal Album. Der Sound ist etwas rustikal, aber dennoch schön kraftvoll; gerade in den Blast- und Doublebass-Passagen geht es ordentlich zur Sache. Auch wer die Band noch nicht kennt, sollte hier einmal reinhören.

Video

Trackliste

01 Drinking Blood
02 Survival Mode
03 Cannibal
04 Blue John
05 Touching The Void
06 571
07 Pacific Dead
08 The Donner Party
09 Endurance
10 The Weird Ways
11 Scorn
12 Godly Beings
13 Paralyzed
14 Dogmas Ignored

Details

Anasarca – Homepage
Anasarca – Facebook

Label: Sevared Records
Vö-Termin: 25.05.2017
Spielzeit: 51:12

Copyright Cover: Sevared Records



Über den Autor

Marcus
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